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Christus Online Bibellexikon
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Montag,  21. Mai 2012

 



Apostelgeschichte des Lukas

(lat. Acta Apostolorum "Taten der Apostel", dt. Abkürzung: Apg.) ist ein Buch des Neuen Testaments der christlichen Bibel. Es wird seit dem Mittelalter in 28 Kapitel unterteilt. Im Griechischen lautet der Titel Praxeis Apostolon "Taten der Apostel"; in vielen anderen Sprachen hat das Buch einen Titel, der sich als "Buch der Taten" übersetzen lässt, so zum Beispiel auf Englisch Book of Acts.

Die Kirchenväter nennen als Autor des Lukasevangeliums und der Apostelgeschichte den Evangelisten Lukas, einen Begleiter des Paulus, der nach Kolosser 4, 14 Arzt war.

Die Apostelgeschichte ist ebenso wie das Lukasevangelium namentlich an Theophilus, griechisch für "Gottesfreund", gerichtet, über den nichts aus anderen Quellen bekannt ist. Er wird mit kratistos angeredet, was "mächtigster, hochverehrter" bedeutet und eine Anrede bspw. für Provinzstatthalter darstellt. Es wird angenommen, dass er in Italien gelebt hat, während auch die Möglichkeit besteht, dass er keine historische Person ist, sondern eine literarische Fiktion des Autors darstellt, mit der er seine Leser persönlich ansprechen möchte.

Inhaltliche Zusammenfassung

Das Kommen des Heiligen Geistes

Die Apostelgeschichte setzt mit einem sehr kurz gehaltenen Bericht über die Zeit nach Ostern ein, in der Jesus Christus für vierzig Tage den Aposteln erschienen ist und dann in den Himmel aufgenommen wird (Apostel. 1, 1-14). Der Kreis der ursprünglich zwölf Apostel wird kurz darauf nach dem "Wegfall" des Judas Iskariot wieder ergänzt: Per Losentscheid wird Matthias zum 12. Apostel gewählt (Apostel. 1, 15-26). Zu Pfingsten senkt sich der Heilige Geist auf die christliche Gemeinde herab und bewirkt Zungenrede, die bei Außenstehenden teils Schrecken, teils Spott hervorruft (Apostel. 2, 1-13).

Petrus predigt den Verschreckten und Spottenden von Jesus Christus (Apostel. 2, 14-36), woraufhin sich viele Juden zum Christentum bekehren und taufen lassen: Die erste christliche Gemeinde entsteht (Apostel. 2, 37-47), die schnell anwächst.

Petrus ruft nach der Heilung eines Gelähmten auch im Jerusalemer Tempel die Juden zur Bekehrung zu Christus auf, woraufhin er und seine Begleiter festgesetzt und verhört werden: Trotz Einschüchterungsversuchen halten die Christen an ihrer Botschaft fest (Apostel. 4, 1-22). Angesichts der Drohungen des Hohen Rates betet die Gemeinde um "Freimut beim Reden", Zeichen und Wunder (Apostel. 4, 23-31). Einige Gemeindemitglieder fühlen sich sogar derart stark miteinander verbunden, dass sie eine Gütergemeinschaft bilden (Apostel 4, 32-37).

Die Urgemeinde in Jerusalem

In der Episode über Hananias und Saphira wird die Konsequenz einer Lüge gegen Gott verdeutlicht, nämlich der Tod (Apostel. 5, 1-11).

Durch viele Wunder begleitet, geht die Mission erfolgreich weiter (Apostel. 5, 12-16), so dass die Apostel abermals festgesetzt und vor dem Hohen Rat verhört werden (Apostel. 5, 17-33). Die für die Apostel lebensbedrohende Situation wird durch den angesehenen Rabbi Gamaliel gerettet, der darauf hinweist, dass, handle es sich bei der Lehre Jesu um reines Menschenwerk, diese sich ebenso von allein wieder überleben würde wie die Lehren diverser früherer Messias-Anwärter. Die Apostel werden daraufhin nach Geißelung freigelassen (Apostel. 5, 34-42).

Schon kurz danach kommt es in der jungen und schnell wachsenden Gemeinde zum ersten Streit zwischen hebräischen und griechischen Juden. Die "Griechen" meinten, Ungerechtigkeiten bei der Versorgung der Witwen erblicken zu können, woraufhin man offizielle Armenpfleger (Diakone) bestellt, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken (Apostel. 6, 1-7).

Die Rede des Stephanus

Das von Lukas geschilderte Ereignis stellt eine Gerichtssituation im Sanhedrin dar. Eine Gruppe Griechen behauptet, Stephanus predige, dass Jesus, der Nazoräer, sowohl die Stätte - gemeint ist der Tempel - zerstören als auch die jüdischen Gebräuche auflösen möchte. Der Hohepriester wendet sich aufgrund der Vorwürfe mit der Frage "Ist das so?" an Stephanus, woraufhin dieser mit der längsten "Rede" der Apostelgeschichte antwortet.

Als in der Geschichte Israels Gelehrter und in der Linie der verworfenen Propheten wirkt Stephanus wie ein Bußprediger, der den Anklägern mit Hilfe der Geschichte Israels und der Ablehnung ihrer Propheten vor Augen führt, dass sie selbst auf der Anklagebank sitzen und die Fehler begehen, die bereits ihre Väter begangen hatten.

Das siebte Kapitel der Apostelgeschichte markiert dennoch einen Scheitelpunkt in der lukanischen Darstellung. Die Missionstätigkeit der jungen Kirche breitet sich weiter von Jerusalem nach Judäa, Samaria und Antiochia aus.

Die Mission in Samarien

Die durch die Verfolgung verstreute Christengemeinde beginnt damit, nun auch außerhalb Jerusalems das Evangelium zu verkünden. Philippus trifft dabei in Samaria auf den Zauberer Simon, der erkennt, dass durch Handauflegen der Apostel der Heilige Geist empfangen wird. Er bietet den Aposteln Geld, damit diese ihm diese Gabe schenken. Petrus weist Simon zurecht und legt ihm ehrliche Buße nahe (Apostel. 8, 4-25). Auf der Rückreise nach Jerusalem trifft Philippus einen zum Judentum konvertierten äthiopischen Kämmerer, dem er den Propheten Jesaja auslegt. Der Kämmerer bekehrt sich daraufhin zu Christus und lässt sich umgehend taufen. Philippus wird nach Aschdod entrückt (Apostel. 8, 26-40).

Paulus wird berufen

Saulus, der eifrig mit der Verfolgung der Christen beschäftigt ist, hat eine Jesuserscheinung ("Saul, Saul, was verfolgst du mich?"), durch die er erblindet. Jesus befiehlt ihm, nach Damaskus zu gehen, um dort weitere Anweisungen zu erhalten. Dem in Damaskus lebenden Jünger Hananias wird von Gott im Traum befohlen, dem Saulus die Hände aufzulegen und ihn zu heilen. Trotz großer Angst vor dem bekannten Christenverfolger tut Hananias, was ihm geheißen wurde, Saul erhält sein Augenlicht wieder, bekehrt sich und lässt sich taufen (Apostel. 9, 1-19). Schon bald predigt er sehr erfolgreich in Damaskus und wird selbst ein potentielles Ziel der Christenverfolger. Gemeinsam mit dem schon in der ersten Zeit in Jerusalem bekehrten Leviten Barnabas flieht er zurück nach Tarsos (seiner Heimatstadt) und die Mission der Christen geht ruhig weiter (Apostel. 9, 20-31). Petrus wirkt weitere Wunder in Lydda und Joppe (heute Jaffa; Auferweckung der Tabita, Apostel. 9, 36-43), woraufhin sich alle Bewohner der Orte bekehren.  

Nichtjuden in der Gemeinde

Die christliche Mission wird nun auch auf die Heiden (hier: Nicht-Juden) ausgedehnt: Mit dem römischen Hauptmann Kornelius tauft Petrus auf Weisung Gottes erstmals einen unbeschnittenen, und für die Juden damit unreinen Mann (Apostel. 10). Die Heidenmission wird von Teilen der Jerusalemer Urgemeinde kritisiert, so dass Petrus sich rechtfertigen muss. Schließlich jedoch wird sie allgemein akzeptiert (Apostel. 11, 1-18).

Die Gemeinde in Antiochia

Die Gläubigen, die wegen der beginnenden Verfolgung nach dem Tod des Stephanus aus Jerusalem geflohen waren siedelten sich auch in Antiochia an und wendeten sich immer stärker einer Mission unter Heiden zu. Deshalb wurde die Gruppe der Christusgläubigen immer weniger als Teil des Judentums und immer stärker als eigenständige Gruppe betrachtet, weshalb ihnen der Name Chrestianer bzw. Christen zugelegt wurde. Die antiochenische Gemeinde wächst schnell, Petrus hält sich viel in Antochia auf, Saulus/Paulus wird durch Barnabas ebenfalls nach Antiochia geholt. Die antiochenische Gemeinde sammelt eine Kollekte für Jerusalem und lässt das Geld durch Barnabas und Paulus überbringen (Apostel. 11, 19-30).

Die Gemeinde in Jerusalem

Durch König Herodes Agrippa I. beginnt eine neue Christenverfolgung, bei der Petrus gefangengenommen wird und Jakobus, Bruder des Johannes, getötet wird. Petrus kann auf wundersame Weise aus dem Gefängnis entkommen (Apostel. 12, 1-17). Herodes wird kurz darauf von einem Engel Gottes "mit Würmern geschlagen" und stirbt. (Apostel. 12, 23)

1. Missionsreise des Paulus

Saulus und Barnabas werden zur Heidenmission berufen und ziehen von Antiochia fort (Apostel. 13, 1-3). Auf Zypern, woher Barnabas stammt, treffen sie auf den Zauberer Barjesus, auch Elymas genannt, der ihnen Widerstand leistet und mit Blindheit geschlagen wird, woraufhin sich Sergius Paulus, der Statthalter Zyperns, bekehrt (Apostel. 13, 4-12). In Antiochia (Pisidien) hält Paulus - ab Zypern wird Saulus mit dem lateinischen Namen Paulus statt dem hebräischen Saulus bezeichnet - in der Synagoge eine umfangreiche Predigt, nach der sich viele Juden bekehren.

Apostelkonzil in Jerusalem

Auf die Anfeindungen der neidischen Religionsoffiziellen hin erwähnt Paulus nochmals seinen Auftrag zur Heidenmission (Apostel. 13, 13-52). Ähnliches passiert in Ikonien (Apostel. 14, 1-7) und Lystra und Derbe. Paulus und Barnabas setzen in den neu gegründeten Gemeinden Älteste ein und kehren dann für längere Zeit nach Antiochia zurück (Apostel.14, 8-28). Nach einiger Zeit kommt es dort zwischen den Tora-gesinnten Judenchristen und Paulus zum Streit über die Beschneidung der nichtjüdischen Christen, die jene für dringend notwendig erachten. Eine Versammlung der Apostel in Jerusalem soll Klarheit in dieser Frage schaffen. Nach langem Streit (Apostel. 15,1-21) trifft die Versammlung den Beschluss, dass die Beschneidung nicht heilsnotwendig ist.

2. Missionsreise des Paulus

Paulus und Barnabas werden von Jerusalem zur weiteren Mission entsandt (Apostel. 15, 22-29) und kehren nach Antiochia zurück, wo sie weiterhin leben und predigen (Apostel. 15, 30-35). Paulus beginnt eine weitere Missionsreise (diesmal begleitet von Silas, nachdem er sich mit Barnabas zerstritten hatte), die ihn nach Kleinasien führt. In einer nächtlichen Erscheinung wird Paulus nach Mazedonien gerufen (Apostel. 16, 1-10), woraufhin die Reise nach Philippi fortgesetzt wird.

Die bekehrte Lydia bietet den Reisenden Quartier an (Apostel. 16, 14-15). Als Paulus und Silas dem Besitzer einer wahrsagenden Sklavin durch Austreibung des Wahrsagegeistes die Geschäftsperspektiven verdunkeln, zeigt dieser sie kurzerhand wegen Aufwiegelung der Bevölkerung an. Paulus und Silas werden ins Gefängnis gesteckt, müssen aufgrund eines Erdbebens das Gefängnis verlassen und kommen bei ihrem Aufseher unter, der sich ebenfalls bekehrt. Als die Stadtoberen erfahren, dass Paulus ein römischer Bürger ist, lassen sie ihn ziehen (Apostel. 16,16-40).

Auch auf den folgenden Stationen Thessalonich und Beröa geht die von Konflikten mit den Juden begleitete Mission weiter. (Apostel. 17, 1-15) In Athen spricht Paulus auf dem Areopag und verkündet den Einen Gott, erntet teilweise Spott, gewinnt aber auch neue Anhänger, darunter Dionysius Areopagita. (Apostel. 17, 16-34) In Korinth trifft er auf Aquila und Priszilla, ein judenchristliches Ehepaar, das aus Rom vertrieben worden war.   Athen: Areopag Athen: Areopag   Gemeinfreiheit
Die beiden werden zu engen Mitarbeitern des Paulus. Auch in Korinth bekehren sich viele, dennoch schweben die Christen ständig in der Gefahr, verfolgt zu werden. In einer erneuten Erscheinung wird Paulus aufgefordert, "weiterhin nicht zu schweigen". Paulus wird in Korinth von Juden vor Gericht gezerrt. Richter ist der Statthalter Gallio. (Apostel. 18, 1-17)

3. Missionsreise des Paulus

Paulus verlässt Korinth und kehrt nach Antiochia zurück (Apostel. 18, 18-22). Nach einiger Zeit bricht er zu einer dritten Missionsreise auf, die ihn zunächst nach Ephesus führt. Dort lehrt er zuerst in der Synagoge, später dann in der Schule des Tyrannos. Einige jüdische Beschwörer missbrauchen den Namen Jesu für ihr Handwerk und werden schwer zugerichtet, woraufhin viele, die vorher Zauberei betrieben hatten, ihre Bücher verbrennen (Apostel. 19, 1-22).

Einige Kunsthandwerker unter Demetrius geraten in Zorn darüber, dass durch die Christen viele Menschen dem Artemis-Kult abspenstig gemacht werden, so dass ihre "Silbernen Tempel der Artemis" (wohl Nachbildungen, die an reiche Pilger verkauft wurden) keine Abnehmer mehr finden. Die Stadtoberen lassen die Situation jedoch nicht eskalieren, sondern verweisen Demetrius auf den ordentlichen Gerichtsweg (Apostel. 19, 23-40).

Unter starker Verfolgung reist Paulus über Mazedonien und Griechenland nach Troas, wo ein junger Mann, der bei der überlangen Predigt des Paulus eingeschlafen ist, aus dem Fenster im dritten Stock fällt, stirbt, und von Paulus wiederbelebt wird (Apostel. 20, 6-12), dann nach Milet. Paulus verabschiedet sich von den Ältesten von Ephesus und kehrt über Cäsarea nach Jerusalem zurück. (Apostel. 21, 1-14)

Paulus als Gefangener

In Jerusalem sind die Apostel beglückt über seine Missionserfolge, doch lässt die Verhaftung des Paulus nicht lange auf sich warten. Paulus entgeht nur knapp durch die Hilfe des Militärs dem Tode (Apostel. 21, 27-40) und darf eine Verteidigungsrede halten, in der Paulus von seiner Berufung berichtet (Apostel. 22, 1-21). Beim Verhör mit einem römischen Oberst betont Paulus, ein römischer Bürger zu sein, und entgeht so weiterer Geißelung.

Dennoch wird er erneut vor dem Hohen Rat verhört, wo seine Äußerungen zu Zwietracht zwischen Pharisäern und Sadduzäern führen, die derartig eskaliert, dass der römische Oberst Paulus aus Angst um dessen Leben zurück in die Burg bringt (Apostel. 23, 1-11). Einige Juden beschließen, Paulus in einem Hinterhalt zu töten.

Der Oberst erfährt durch den in Jerusalem lebenden Neffen von Paulus vom Komplott und lässt Paulus nach Caesarea überführen (Apostel. 23, 12-35). Dort wird Paulus erneut verhört: Diesmal vom Statthalter Felix. Die Juden beschuldigen Paulus im Verhör, der Anführer der Sekte der Nazoräer zu sein, Aufruhr zu stiften und den Tempel zu entweihen. Paulus weist alle Vorwürfe zurück.

Felix verschleppt den Prozess, weil er sich von Paulus Bestechungsgelder erhofft (Apostel. 24, 1-27). Paulus bleibt im Gefängnis, bis Felix durch den neuen Statthalter Porcius Festus abgelöst wird. Es kommt zu einem neuerlichen Verhör, bei dem sich Paulus auf sein römisches Bürgerrecht beruft und auf sein Recht, nur vor dem Kaiser zum Tode verurteilt werden zu können (Apostel. 25, 1-12).

Paulus kommt nach Rom

Bei einem Besuch des galiläischen König Agrippa bei Festus bittet der König darum, Paulus ebenfalls verhören zu dürfen (Apostel. 25, 13-27). Paulus hält vor Agrippa eine lange Verteidigungsrede, in der er seinen Weg vom eifernden Pharisäer zum Christen nachzeichnet und die Auferstehung Jesu bekennt. Agrippa findet nichts Verwerfliches und würde Paulus freilassen, wenn dieser sich nicht auf den Kaiser berufen hätte.

So wird Paulus als Gefangener nach Rom geschickt (Apostel. 27, 1-12), gerät auf der Überfahrt in einen heftigen Seesturm (Apostel. 27, 13-26) und erleidet einen glimpflich ausgehenden Schiffbruch vor der Insel Melita. Auf Malta werden die Gestrandeten freundlich aufgenommen, Paulus heilt viele Kranke und gelangt zu großer Ehre.

Nach drei Monaten kann die Reise nach Rom fortgesetzt werden (Apostel. 28, 11-15). In Rom angekommen, kann Paulus dank eines offenen Strafvollzugs auch dort umgehend mit der Verkündigung beginnen (Apostel. 28, 16-31). Damit endet die Apostelgeschichte.





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