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Christus Online Bibellexikon
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Montag,  21. Mai 2012

 



5. Buch Mose

Das 5. Buch Mose ist Teil der Tora. Es ist das fünfte Buch des Pentateuch und gehört zum Alten Testament der christlichen Bibel. Sein hebräischer Name Devarim bedeutet "Worte, Aussprüche" und stammt aus dem ersten Satz des Buches (Eleh ha-Devarim für "Dies sind die Worte..."). In der rabbinischen Literatur wird das Buch auch Mischne Tora genannt.

Das Buch heißt auch Deuteronomium. Diese Bezeichnung entstammt der Vulgata und ist die latinisierte Fassung der Bezeichnung der Septuaginta (gr. "zweite Gesetzgebung"). Hinter diesem Namen stehen theologische Überlegungen, die das 5. Buch Mose als zweite nach der ersten von Ex 19 bis Num 10 berichteten Gesetzgebung verstehen.

Übersicht

Das 5. Buch Mose besteht im Wesentlichen aus drei Ausführungen, die Mose kurz vor seinem Tode an die Israeliten richtete. Ort der Handlung ist die Ebene von Moab, Zeit der Handlung ist der elfte Monat im letzten Jahr der Wanderung der Israeliten durch die Wüste. Inhaltlich ist das Buch eine Fortsetzung des 2., 3. und 4. Buches Moses.

Die erste Ausführung (Kap. 1 bis 4) blickt auf die bedeutendsten Ereignisse der letzten 40 Jahre der Wüstenwanderung zurück. Der Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes wird als wichtig herausgestellt, und vor den Gefahren, den Gott der Väter zu verlassen, wird gewarnt.

Die zweite Ausführung (Kap. 5 bis 26) stellt den Hauptteil des Buches dar, und wird manchmal in zwei Teile (Kap. 5 bis 11 sowie Kap. 12 bis 26) unterteilt. Der erste Teil enthält eine Wiederholung der Zehn Gebote (mit leichten Änderungen am Text), der zweite Teil befasst sich mit Regeln, die das Leben im verheißenen Land Kanaan betreffen. Kapitel 20 enthält die Kriegsgesetze. Der Aufbau ist teilweise verwirrend und viele Aussagen, wie die Verpflichtung, nur den einen Gott zu verehren, werden sehr oft wiederholt.

Die abschließende Ausführung (Kap. 27 bis 30) befasst sich mit den Konsequenzen, die aus dem Übertreten der Gebote folgen sowie dem Lohn des Gehorsams. Mit einer Erneuerung des Bundes zwischen Gott und den Israeliten sowie der Benennung Josuas zu seinem Nachfolger schließt das Buch.

Es folgen drei kurze Anhänge:
  1. Das Lied mit dem Titel Ha'asinu, das Mose auf Gottes Anweisung verfasst hat (32, 1-47).
  2. Segenssprüche für die Stämme Israels (Kapitel 33).
  3. Der Bericht von Moses Tod (32, 48-52) und Beisetzung (Kapitel 34).
Im Buch Josua wird die Geschichte des Volkes Israel nach der Überquerung des Jordan weitergeführt.

Inhaltliche Zusammenfassung

Das Deuteronomium hat im Wesentlichen zwei Ziele:
  • Im Schma Israel wird die Ausschließlichkeit der JHWH-Verehrung (Monolatrie bzw. Monotheismus) gefordert. ("Kultreinheit")
  • Das Grundgebot des Deuteronomiums verlangt die Zentralisation des Kultes am Tempel in Jerusalem. ("Kulteinheit")
Die Rede des Mose (1 - 4)

Das Buch beginnt mit einer sehr genauen Anleitung von Ort und Zeit, zu der Mose das Gesetz niedergeschrieben und seinem Volk vorgetragen hat: Im vierzigsten Jahr seit dem Auszug aus Ägypten, im elften Monat, am ersten Tag des Monats, jenseits des Jordan, in der Wüste Araba.

Dann erzählt Mose, wie Gott das Volk aufgefordert hatte, nun den Jordan zu überschreiten und das Land Kanaan, das Gott seinem Volk als Besitz versprochen hat, zu erobern und zu bevölkern. Er erwähnt noch einmal eine der Grundlagen des Gesetzes, das durch ihn vermittelt wurde: Die Ältesten und Richter unter dem Volk sollen ihre Entscheidungen ohne Ansehen der Person fällen, sowohl für Israeliten als auch für Fremde.

Weil aber das Volk Gott nicht vertrauen wollte und vor den Amoritern, deren Land sie erobern sollten, Angst hatte, wurde Gott zornig und schwor: "Es soll keiner von diesem bösen Geschlecht das gute Land sehen, das ich ihren Vätern zu geben geschworen habe" (5. Mose 1, 35) So sollte das Volk Israel vierzig Jahre durch die Wüste ziehen, bis von der Generation, die damals zusammen mit Mose aus Ägypten ausgezogen war, keiner mehr lebte, außer Kaleb und Josua. Auch Mose sollte das gelobte Land nicht mehr betreten können.

Es folgt ein Rückblick auf die Reise des Volkes durch die Wüste, an deren Ende die Eroberung des Ostjordanlandes folgt. Dabei werden die Heere von Sihon, dem König von Heschbon und von Og, dem König des Baschan geschlagen. Die unterworfenen Völker werden auf Geheiß Gottes dem Untergang geweiht: "Da nahmen wir zu der Zeit alle seine Städte ein und vollstreckten den Bann an allen Städten, an Männern, Frauen und Kindern, und ließen niemand übrig bleiben."
(5. Mose 2, 34)

Es folgen Anweisungen zur Eroberung des Westjordanlandes, des heutigen Israel. Mose darf vom Gipfel des Berges Nebo ins gelobte Land hinübersehen. Er selbst wird es nicht mehr betreten dürfen, Josua wird das Volk im Krieg führen.

Als Abschluss der Rede des Mose folgt im vierten Kapitel eine erneute Mahnung, die Rechtsvorschriften des Gesetzes zu halten. Dazu gehört ganz besonders, keine Götter von den besiegten Völkern anzubeten oder sich sonstige Götzenbilder zu machen. Diese Warnung, zusammen mit der Aufforderung, Gottes Gebot zu achten, wird im ganzen Buch vielfach wiederholt. Mose trägt dem Volk auch auf, die Zehn Gebote, die ihm der Herr übergeben hat, an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben. Sollte das Volk die Vorschriften übertreten, droht der Herr mit schweren Strafen bis hin zur Vertreibung aus dem Land Israel.

Die Verkündigung des Gesetzes (5 - 28)

Der zweite Teil des Buches enthält nun konkrete Rechtsvorschriften, die Mose dem Volk vorgelegt hat. Die Form der Verkündigung ist die eines Bundesschlusses, das heißt einer freiwilligen Verpflichtung auf das Gesetz durch das Volk. Damit soll das Gesetz ein Vertrag zwischen Gott und seinem Volk werden und nicht nur eine von Gott bestimmte Vorschrift.

Zunächst folgt eine Wiederholung der Zehn Gebote (5. Mose 5,6-20). Dieser Abschnitt ist, bis auf eine etwas andere Formulierung beim Sabbatgebot, weitgehend identisch mit Ex 20, 2-18. Es folgt ein Einschub der erzählt, wie das Volk Mose als seinen Mittler bei Gott einsetzt, da es sich am Horeb davor gefürchtet hatte, selbst Gott gegenüberzutreten. So soll Mose den Israeliten das Gebot, das der Herr ihm auf dem Horeb gibt, verkünden.

Die eigentliche Verkündigung der Vorschriften beginnt mit einem Abschnitt, der verlangt das Gesetz auf dem Herzen geschrieben und um das Handgelenk gebunden zu haben. Gott wird danach erneut ganz deutlich als der einzige Gott Israels herausgehoben und an die Zeichen erinnert, die in Ägypten geschehen sind, weil der Pharao Mose nicht glauben wollte.
  Mose empfängt die 10 Gebote - Julius Schnorr v. Carolsfeld Mose empfängt die 10 Gebote -
Julius Schnorr v. Carolsfeld

Es folgt ein Rückblick auf die Verkündigung der Zehn Gebote am Horeb. Gott ist nicht bestechlich, kennt kein Ansehen der Person und verschafft auch Fremden ihr Recht. "- auch ihr sollt die Fremden lieben, denn ihr seid Fremde in Ägypten gewesen."

Um nicht der Versuchung der fremden Götter zu verfallen, ist es auch notwendig, die Altäre und Kultstätten dieser Gottheiten zu zerstören. Für den Gott der Israeliten wird es nur eine Kultstätte geben, die Er bestimmen wird. Dies wird zunächst noch das Zelt sein, das das Volk auf der Reise begleitet hat, später wird der Tempel des Herrn auf dem Zion in Jerusalem erbaut werden. Nur dort dürfen dem Herrn Schlachtopfer dargebracht werden.

Das Schlachten und verzehren von Tieren ist jedoch überall gestattet, verboten ist hingegen der Verzehr des Blutes getöteter Tiere - damals vermutete man im Blut die Lebenskraft und damit die Seele der Tiere, weshalb andere Kulturen ebendieses Blut während der Opferung tranken. Schlacht- und Brandopfer und die restlichen Abgaben, die den Zehnten ausmachen, sowie die Erstlinge von allem Vieh, sollen zum Zelt des Herrn gebracht werden. Anstiftung zum Abfall von Gott und zur Anbetung von fremden Gottheiten wird mit Steinigen des Verführers bestraft. Sollte eine ganze Stadt vom Herrn abfallen, wird sie gnadenlos vernichtet.

Danach werden die Speisevorschriften beschrieben, welche Tiere verzehrt werden dürfen und welche nicht. So dürfen nur Tiere gegessen werden, die gespaltene Klauen haben und Wiederkäuer sind. Fische und Vögel dürfen im Allgemeinen auch verspeist werden, die meisten fleischfressenden Vögel jedoch nicht. Der Verzehr von Aas und von Aasfressern ist auf jeden Fall verboten. Der Zehnte Teil der Ernte des Jahres gehört Gott und den Leviten, die den Dienst am Altar verrichten. Auch sollen Arme mit Pfandleihen oder Almosen unterstützt werden, wenn es nötig ist.

Nach den Bestimmungen für das Wochenfest und das Laubhüttenfest folgen Vorschriften zum rechten Gerichtsverfahren. So soll jemand nur zum Tod verurteilt werden können, wenn mindestens zwei Zeugen gegen ihn auftreten. Weitere Gesetze finden sich fast unverändert auch in modernen Rechtsstaaten: Grenzverrückung und die Verwendung von zweierlei Gewichten ist verboten, genauso wie eine falsche Aussage vor Gericht, von Menschenraub versteht sich das von selbst.

Kapitel 20 enthält die sogenannten Kriegsgesetze. Der Abschnitt beginnt erneut mit der Bekräftigung, dass der Herr mit seinem Volk in den Krieg ziehen wird und sich dieses daher nicht vor größeren und stärkeren Feinden fürchten soll. Das Aufgebot zum Krieg gilt grundsätzlich allen Männern des Volkes; ausgenommen sind Männer, die gerade ein Haus gebaut, einen Weinberg angelegt, oder sich gerade verlobt aber noch nicht geheiratet haben. Diese dürfen nach Hause zurückkehren. Nicht zum Kampf antreten soll auch einer, der sich fürchtet. Wieder wird das Volk ermahnt, die aktuellen Einwohner des Landes Kanaan keinesfalls zu verschonen und der Vernichtung zu weihen. Die Einwohner von weiter entfernten Städten dürfen hingegen versklavt und ihre Frauen geheiratet werden.

Das 5 Buch Mose enthält einige sehr detaillierte Gesetze zum Ehebruch. Grundsätzlich wird dieser mit dem Tod beider Beteiligter bestraft. Wenn ein Mann eine Frau vergewaltigt, soll er sterben, sie darf am Leben bleiben, wenn nicht nachgewiesen werden kann, dass sie hätte um Hilfe rufen können. Beschuldigt einer seine Frau, nicht jungfräulich in die Ehe gekommen zu sein, sollen die Eltern der Frau als Beweisstück für das Gegenteil ihr Hochzeitskleid vorlegen. Anderenfalls sei sie zu steinigen. (5. Mose 22, 13 - 21)

Weitere Gesetze bestimmen die Bedingungen für die Aufnahme in die Versammlung des Herrn, die Reinheit des Heerlagers, ein Verbot zur Auslieferung von Flüchtlingen und die sakrale Prostitution. Dazu ein Verbot, von Brüdern Zinsen zu verlangen oder gewisse lebenswichtige Dinge wie Mühlsteine als Pfand zu nehmen. Der Lohn eines Tagelöhners soll noch vor dem Sonnenuntergang bezahlt werden. Die sogenannte Sippenhaft ist verboten und an Acker im Weinberg soll keine Nachlese gehalten werden - diese Früchte sind für die Armen bestimmt.

Die letzten Verfügungen des Mose (29 - 31)

Der letzte Teil des Buches enthält noch einmal einen kurzen geschichtlichen Rückblick auf die Reise des Volkes Israel. Noch einmal wird der Bund mit Gott bekräftigt und die Strafen erwähnt. Beim Abfall wird es dem Land gleich ergehen wie Sodom und Gomorra und das Volk wird aus dem Land vertrieben werden, wie es später bei babylonischen Exil geschehen wird. Nach der Androhung dieser schweren Strafen folgt allerdings gleich auch die Verheißung, wieder nach Hause zurückkehren zu können, wenn die Fehler bereut werden.

Im Lied des Mose (Kapitel 32) findet sich eine versartige Zusammenfassung der Ereignisse in den fünf Büchern Mose. Von der Verkündigung eines neuen Namens für JHWH - "Fels" - und vom störrischen Volk Israel wird berichtet - wie es immer wieder Gott auf die Probe gestellt und dann zurückgekehrt ist. So endet das Lied auch mit blutigen Bildern von der Vernichtung der Feinde und vom Ende der Schlacht.

Das Buch schließt mit dem Segen Mose über die zwölf Stämme Israels, jedem Stamm wird eine persönliche Segnung zuteil. Schließlich steigt Mose auf den Berg Nebo, gegenüber von Jericho, und stirbt dort. Josua, der Sohn Nuns, wird das Volk über den Jordan führen.





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