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Christus Online Bibellexikon
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Montag,
21.
Mai
2012
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Die Bibel
© Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh
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Die als Offenbarung Gottes und daher von allen christlichen Kirchen und Gruppen als normativ anerkannten Schriften des hebräisch geschriebenen Alten Testaments und des griechisch geschriebenen Neuen Testaments. Den Juden gilt nur das Alte Testament als Gottes Wort. Die Bibel, das am häufigsten in Handschriften und Drucken verbreitete Buch der Welt, ist eine Sammlung sehr unterschiedlicher und zu verschiedenen Zeiten entstandener Schriften, die sich inhaltlich aber häufig aufeinander beziehen. Als älteste erhaltene Bibelhandschriften gelten die 1947 in den Höhlen von Qumran am Toten Meer entdeckten Reste von rd. 800 Schriftrollen in hebräischer und aramäischer Sprache (ca. 3. Jahrhundert v. Chr.-1. Jahrhundert n. Chr.).
Titel des ersten Druckes der vollständigen Bibelübersetzung Martin Luthers, Wittenberg 1534 |
Entstehung und Überlieferung:
Die beiden Hauptteile der Bibel, das Alte und das Neue Testament (von lateinisch testamentum, "Bund"), haben eine lange, mit den fünf Büchern Mose vor 1300 v. Chr. beginnende und bis ca. 400 n. Chr. reichende Entstehungsgeschichte. Im Judentum war die Abgrenzung der als von anderen Überlieferungen inspiriert geltenden Schriften für das hebräische Alte Testament um 100 n. Chr. abgeschlossen. Der Kanon des Neuen Testaments mit seiner Beschränkung auf 27 Schriften fand seit dem Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. weitgehende Anerkennung. Die älteste Gesamthandschrift des Alten Testaments stammt vom Beginn des 10. Jahrhunderts n. Chr. Die Handschriftenfunde vom Toten Meer (Qumran) gehen bis in das 3. Jahrhundert v. Chr. zurück. Vom Neuen Testament gibt es zwei Gesamthandschriften schon aus der Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr. (Codex Sinaiticus und Codex Vaticanus); es ist das bestüberlieferte Buch der Antike.
Die heute übliche Gliederung der Bibel in Kapitel setzte sich erst im 16. Jahrhundert durch. Das hebräische Alte Testament war in Einzelabschnitte und 452 Wochenabschnitte gegliedert, so dass es innerhalb von drei Jahren gelesen werden konnte. Das Neue Testament war seit dem 4. Jahrhundert in Sinnabschnitte eingeteilt.
Die hebräische Bibel, der Tanach, besteht aus den drei Hauptteilen Tora (Weisung), Nevi'im (Propheten) und Ketuvim (Schriften). Diese Bücher bilden in anderer Anordnung und geringfügig anderem Umfang als Altes Testament auch den ersten Hauptteil der christlichen Bibel, den das Neue Testament ergänzt.
Altes Testament
Als Altes Testament (abgekürzt AT; von lat. testamentum - "letztgültiges Zeugnis", auch: Erstes Testament) bezeichnet die christliche Theologie seit etwa 180 die Heiligen Schriften des Judentums, die dort seit etwa 100 als Tanach bezeichnet wurden, sowie einige weitere aus der seit 250 v. Chr. entstandenen Septuaginta. Es wurde ursprünglich auf Hebräisch, zu kleineren Teilen auch auf Aramäisch verfasst.
Dem Urchristentum galten diese Schriften als Wort Gottes, das Jesus Christus als Messias Israels und der Völker ankündige und in seiner Auslegung erweise. Darum verteidigte die Alte Kirche ihre Geltung als Offenbarungszeugnisse gegen christliche Minderheiten, die diese Geltung ablehnten. Ihre Auswahl und Anordnung wurden bis 350 endgültig festgelegt und zusammen mit dem Neuen Testament (abgekürzt NT) zur christlichen Bibel.
Neues Testament
Das Neue Testament (abgekürzt NT; von lat. testamentum, Übersetzung von hebr. (berît) bzw. griech. (diatheke) - "Bund", auch: Zweites Testament) ist eine Sammlung von 27 Schriften des Urchristentums, die Jesus Christus im ständigen Rückbezug auf das Alte Testament als den zur Rettung Israels und des Menschen gekommenen Messias und Sohn Gottes verkünden. Auf diese als Wort Gottes verstandenen Zeugnisse der Bibel beziehen sich alle Richtungen des Christentums.
Das NT besteht aus vier Textgattungen: den vier kanonischen Evangelien, die Jesu Leben, Sterben und Auferstehen erzählend entfalten, einer Apostelgeschichte, 21 Briefen an christliche Gemeinden und einer Apokalypse, der Johannesoffenbarung.
Die Kirche
Die Kirche ist das "Volk Gottes" in Kontinuität zum ersterwählten Bundesvolk Israel (der jüdisch-christliche Dialog hat diesbezüglich eine bewegte Geschichte hinter sich). Durch die Berufung der Apostel hat Jesus Christus Israel erneut sammeln wollen; in der Nachfolge dieser Apostel verstehen sich die christlichen Kirchen als die Zeugen des Evangeliums, die die Botschaft Christi weitergeben und so der Welt das Heil nicht nur verkünden, sondern es durch den Heiligen Geist auch in ihr vergegenwärtigen.
Klassischerweise wird die Kirche mit dem Glaubensbekenntnis als die "eine, heilige, katholische und apostolische" bekannt. Genauer meint das: Ihr kommt als Kirche Jesu Christi von ihm her unverbrüchliche Einheit zu; sie ist in aller menschlichen Sündigkeit heilig, weil zu Gott gehörig und auf Ihn hingeordnet; sie wird als katholische im Sinne von allumfassend und weltweit bekannt; und schließlich steht sie in geschichtlicher Kontinuität mit den Aposteln und ist deshalb apostolisch.
Die evangelische Theologie sieht die Kirche dabei vorrangig als "creatura verbi", als Geschöpf des Wortes, denn die Kirche lebt vom Wort Christi - und dies im zweifachen Sinne, zum einen von der Botschaft, die Jesus Christus selbst verkündet hat, zum anderen von der Botschaft, die die Kirche im Anschluss an die neutestamentlichen Zeugnisse von ihm verkündet.
Römisch-katholische Kirche & evangelische Kirche
Eine Trennung in katholische und protestantische Kirche wird durch den Augsburger Religionsfrieden von 1555 besiegelt. Auch hier liegt eine jahrhundertelange kirchengeschichtliche Entwicklung zugrunde, die jedoch erst durch Martin Luther und die Reformation zur letztendlichen Spaltung führte.
Auslöser für die reformatorische Bewegung ist der Anschlag von Martin Luthers 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg am 31. Oktober 1517. Darin prangert er vor allem die Praxis des von Papst Leo X. eingeführten Ablasshandels an, durch den sich die Gläubigen mittels Entrichtung einer Geldbuße von ihren Sünden freikaufen können.
Luthers Überzeugung dagegen ist, dass der Mensch nicht durch Werke, sondern allein durch seinen Glauben gerecht werden kann.
Ursprünglich nur als Reform der bestehenden Kirche gedacht, führen die folgenden massiven Auseinandersetzungen mit der römischen Obrigkeit in Form von Ketzerprozess und Widerrufsaufforderung jedoch schließlich zu einer Abspaltung von der katholischen Kirche.
Seither haben sich die katholische Kirche und die evangelische Kirche, wie sich die Protestanten heute bezeichnen, zu zwei eigenständigen Glaubensrichtungen mit gemeinsamen Wurzeln entwickelt.
Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes katholisch hat mit seinem heutigen Sinn als Bezeichnung einer Konfession noch nichts gemein. Das Wort stammt aus dem griechischen Sprachgebrauch und meint allgemein, über die ganze Erde verbreitet. Erst seit der Reformation bezeichnet katholisch in der Bedeutung von römisch-katholisch die Konfession, die sich auf den Papst als Oberhaupt der Kirche beruft.
Unterschiede in der Glaubenspraxis
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katholische Kirche www.katholisch.de
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evangelische Kirche www.ekd.de
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| Papst als Oberhaupt der Kirche; zusammen mit den in einer strengen Hierarchie organisierten Geistlichen ist er Mittler zwischen Gott und dem Gläubigen |
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Unmittelbare Beziehung des Gläubigen zu Gott |
Abendmahl als Messopfer: Brot und Wein als Leib und Blut Christi in Erinnerung an Jesu Tod |
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Leib und Blut Christi in Erinnerung an Jesu Tod Abendmahl als Sündenvergebung durch gemeinsamen Verzehr von Brot und Wein |
Ohrenbeichte des einzelnen Gläubigen in einem Beichtstuhl vor einem Priester, der zum Beichtgeheimnis verpflichtet ist |
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Generalbeichte der gesamten Gemeinde vor dem Abendmahl |
Verehrung Marias als Mutter Jesu durch Lobpreis und Bitte um Fürsprache |
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Ablehnung der Marienverehrung, da dadurch eine Mittlerfunktion zwischen Christus und Gläubigem geschaffen wird |
7 Sakramente: Taufe, Firmung, Altarsakrament, Buße, Priesterweihe, Ehe, Letzte Ölung (Krankensalbung) |
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Beschränkung auf die zwei von Jesus eingesetzten Sakramente Taufe und Abendmahl |
Zölibat der Priester |
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keine Zölibatsverpflichtung der Pfarrer |
Außerdem unterscheiden sich katholische Messe
und evangelischer Gottesdienst in vielen Bereichen voneinander.
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