| |
|
Christus Online Bibellexikon
www.bibellexikon.net |
Montag,
21.
Mai
2012
|
2. Buch Mose
Das 2. Buch Mose, auf Hebräisch Sefer Schemot, auf Griechisch Exodos genannt, was "Auszug" (gemeint ist der aus Ägypten) bedeutet, ist das zweite Buch der hebräischen und christlichen Bibel.
In Hebräisch heißt das Buch Sefer Schemot, was "Buch der Namen" bedeutet. Der Name leitet sich von den ersten Worten des Buches Schemot her.
Das 2. Buch Mose ist im Original in hebräischer Sprache geschrieben und ist Teil der Tora, griechisch Pentateuch. Im Deutschen spricht man von den "Fünf Büchern Mose", die den ersten Teil des Alten Testaments der Bibel bilden.
Übersicht
Das 2. Buch Mose ist als Geschichtsbuch konzipiert, und wird seit dem Mittelalter in 40 Kapitel unterteilt. Es handelt vom Auszug der Israeliten aus Ägypten unter der Führung des Mose auf dem Weg in das durch JHWH den Israeliten versprochene Land, Kanaan.
Die Erzählung beginnt mit der Geburt Moses und beschreibt aufkeimende Konflikte zwischen Israeliten und Ägyptern. Der Auszug wird den Israeliten erst gestattet, nachdem Ägypten von den Zehn Plagen heimgesucht wurde. Er führt durch ein begehbares Gewässer, das als Rote Meer beschrieben wird und weiter in die Wüste des Sinai, wo Gott am Berg Sinai Moses seine Zehn Gebote offenbart.
Es folgt der Bund Gottes mit dem Volk Israel, bei dem die Rolle Aarons, des älteren Bruders Moses, an Bedeutung gewinnt. Es werden die Bundesgesetze aufgestellt, die das Volk Israel als eine Theokratie unter einer Priesterschaft einrichten. Als Zeichen dieses Bundes werden die Bundeslade, ein Holzkasten mit Steintafeln darin, auf denen die Zehn Gebote eingeschrieben sind, und ein transportabler Zelt-Tempel vom Tross als Heiligtum mitgeführt.
[Mischkan] (Das Tempelzelt)
ist eine von mehreren Bezeichnungen für das transportable Heiligtum, welches nach dem biblischen Text das Volk Israel auf seinen Wanderungen nach dem Auszug aus Ägypten mitführte, bevor ein permanentes Zentralheiligtum errichtet wurde. Weitere biblische Bezeichnungen sind "Stiftszelt" (hebr. Ohel Moed) oder auch "Heiligtum" (hebr. Mikdasch).
Die deutsche Bezeichnung "Stiftshütte", aus der Lutherbibel bekannt, ist eine Entlehnung aus der lateinischen Bezeichnung tabernaculum, die von dem Wort taberna abgeleitet ist, das "Hütte" oder "Gasthaus" bedeutet. Sprachlich ist Mischkan mit Schechina verwandt, dem Inbegriff der Gegenwart Gottes.
Die Vorschrift zum Bau des Heiligtums wird auf Ex 25,8 zurückgeführt, wo es heißt: "Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich in ihrer Mitte wohne." Der Ausdruck "in ihrer Mitte" lässt nach der jüdischen Tradition darauf schließen, dass das Heiligtum nicht als "Wohnplatz" Gottes zu verstehen ist, sondern als ein Symbol für die Heiligkeit Gottes, dem das Volk nachzuleben hatte, wenn sein Geist in ihrer Gemeinschaft weilen sollte.
dessen Konstruktion sehr detailliert beschrieben wird, stellt die erste Form des israelitischen Tempels dar.
Das 2. Buch Mose steht in engem Zusammenhang zu den anderen vier Büchern Mose der Tora oder des Pentateuch. Zeitlich ist es dem 1. Buch Mose nachgeordnet. An das 2. Buch Mose schließen das 3. und 4. Buch Mose inhaltlich an. Das 5. Buch Mose stellt in mancher Hinsicht eine Zusammenfassung des 2. - 4. Buches dar, geht aber in seinen Lehren auch darüber hinaus.
Inhaltliche Zusammenfassung
Zentrales Thema des Buches ist der Bund Gottes mit dem Volk Israel. Mehrfach findet sich das Motiv des oder der zweifelnden Menschen, der Abfall von Gott, die Rückkehr zu Gott und die Bestrafung oder Vergebung durch Gott mit Erneuerung oder Bestätigung des geschlossenen Bundes.
Gleichzeitig ist die Rolle des Volks Israel in der Beziehung zu seinem JHWH genannten Gott von Bedeutung. Letztlich gibt das 2. Buch Mose die Rechtfertigung für den Anspruch des jüdischen Volkes auf sein Land. Gleichzeitig führt die jüdische Religion viele ihrer grundlegenden Glaubensinhalte auf Offenbarungen Gottes zurück, die im 2. Buch Mose zu finden sind.
Die Israeliten in Ägypten und Mose Geburt und Auftrag (Kapitel 1-4)
Die Israeliten leben als Landarbeiter und Sklaven in Ägypten, und sind im Wesentlichen rechtlos. Der Säugling einer levitischen israelitischen Familie wird in einem Schilfkorb im Nil ausgesetzt, um ihn vor der vom Pharao angeordneten Tötung der männlichen israelitischen Kinder zu bewahren. Er wird von einer Tochter des Pharao gefunden und aus Mitleid unter dem Namen Mose adoptiert. Zum Stillen wird gerade seine leibliche Mutter als Amme bestimmt.
Mose wächst unter den Ägyptern auf, fühlt sich aber als Hebräer. Nachdem er einen Ägypter erschlagen hat, der einen Hebräer bedrohte, flieht er aus dem Land, und heiratet Zippora, die Tochter des midianitischen Priesters Jetro. Hier offenbart sich ihm JHWH im brennenden Dornbusch, der Gott Israels, und teilt Mose seinen Rettungsplan für das Volk Israel mit: Mose soll nach Ägypten zurückkehren, die Israeliten von dort herausführen, und sein älterer Bruder Aaron soll sein Sprecher sein.
Mose und Aaron vor dem Pharao: Die Zehn Plagen (Kapitel 5-13)
Der Bitte Moses und Aarons, die Israeliten ziehen zu lassen, begegnet der Pharao mit einer Erhöhung der Zwangsarbeit. Daraufhin sucht Gott die Ägypter zuerst durch neun Plagen heim, um den Pharao zum Ziehenlassen der Israeliten zu bewegen:
- Das Nilwasser wird zu Blut;
- Frösche wimmeln im Land;
- Mücken plagen Mensch und Tier;
- Stechfliegen plagen Mensch und Tier;
- Eine Seuche rafft das Vieh dahin;
- Bei Mensch und Vieh brechen Geschwüre auf;
- Hagelstürme verwüsten das Land;
- Heuschrecken fressen das Land kahl;
- Drei Tage herrscht Dunkelheit im Land;
Obwohl von den immer bedrohlicher werdenden Plagen erschrocken, gewährt der Pharao den Auszug der Israeliten nicht. Das Volk der Kinder Israels wird von den Plagen verschont. Erst die letzte, zehnte Plage, der Tod aller männlichen Erstgeborenen der Ägypter, überzeugt den Pharao, die Israeliten ziehen zu lassen. Das jüdische Pessachfest, dessen Vorschriften Gott Mose am Vorabend des Auszugs offenbart, erinnert an das Verschonen der Erstgeborenen der Israeliten.
Verfolgung der Israeliten und Durchquerung des Roten Meeres (Kapitel 13-15)
Die Israeliten brechen von Sukkot zum Schilfmeer (dem Roten Meer oder einem nahe gelegenen See) auf und werden vom ägyptischen Heer verfolgt, da der Pharao die Erlaubnis zum Auszug bereut. Der Furcht der Israeliten begegnet ihr Gott mit der Trockenlegung des Schilfmeeres, wodurch ihnen ein Fluchtweg eröffnet wird. Die verfolgenden Ägypter ertrinken in den wieder einfallenden Wassermassen. Es folgt ein Lobgesang der Geretteten.
Durch die Wüste (Kapitel 16-18)
Von Elim am Schilfmeer brechen die Israeliten durch die Wüste Sin zum Sinai auf; in der Wüste wird der wegen Hunger murrende Wanderzug auf wunderbare Weise versorgt (Wachteln, Manna). Das beim Lager Rifidim mangelnde Wasser wird ebenfalls durch ein Gotteswunder beigebracht. Auch Kriegshandlungen gegen Amalek werden mit göttlicher Hilfe gewonnen. Hier wird Mose auch mit seiner Frau und seinen Kindern wieder vereint.
Am Sinai: Die Zehn Gebote und die Bundesgesetze (Kapitel 19-23)
Die Israeliten erreichen den Berg Sinai, den Mose erklimmt und dort seinem Gott begegnet. Gottes Absicht, mit den Israeliten einen Bund zu schließen, der sie zu seinem auserwählten, heiligen Volk macht, das er segnen wird, wird von den Israeliten freudig akzeptiert.
Nur Mose erhält die Erlaubnis, Gott auf dem Berg Sinai zu begegnen, wo die Zehn Gebote verkündet werden. Im Anschluss erfolgt eine ausführliche Gesetzgebung, die konkret das zivile Leben der Israeliten als Gottes ausgewähltem Volk regeln soll. Nach diesen Verkündigungen begibt sich Mose wieder zu den Israeliten, um ihnen die von Gott erlassenen Gesetze mitzuteilen.
Die Steintafeln der Gebote, die Bundeslade, Priesterstand und Altaropfer (Kapitel 24-31)
Mose steigt wieder auf den Berg Sinai, um von Gott die Zehn Gebote, in Stein gemeißelt, entgegenzunehmen. Zusätzlich wird der Bau der Bundeslade und
[Mischkan] (des Tempelzelts)
ist eine von mehreren Bezeichnungen für das transportable Heiligtum, welches nach dem biblischen Text das Volk Israel auf seinen Wanderungen nach dem Auszug aus Ägypten mitführte, bevor ein permanentes Zentralheiligtum errichtet wurde. Weitere biblische Bezeichnungen sind "Stiftszelt" (hebr. Ohel Moed) oder auch "Heiligtum" (hebr. Mikdasch).
Die deutsche Bezeichnung "Stiftshütte", aus der Lutherbibel bekannt, ist eine Entlehnung aus der lateinischen Bezeichnung tabernaculum, die von dem Wort taberna abgeleitet ist, das "Hütte" oder "Gasthaus" bedeutet. Sprachlich ist Mischkan mit Schechina verwandt, dem Inbegriff der Gegenwart Gottes.
Die Vorschrift zum Bau des Heiligtums wird auf Ex 25,8 zurückgeführt, wo es heißt: "Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich in ihrer Mitte wohne." Der Ausdruck "in ihrer Mitte" lässt nach der jüdischen Tradition darauf schließen, dass das Heiligtum nicht als "Wohnplatz" Gottes zu verstehen ist, sondern als ein Symbol für die Heiligkeit Gottes, dem das Volk nachzuleben hatte, wenn sein Geist in ihrer Gemeinschaft weilen sollte.
des Heiligtums der Israeliten, sowie die dabei zu beachtenden Vorschriften bekannt gemacht. Aaron und seine Nachkommen sollen den Priesterstand der Israeliten darstellen, und Vorschriften zum Darbringen der Opfer auf dem Altar werden gegeben. Zum Schluss händigt Gott Mose die beiden von ihm eigenhändig beschriebenen Steintafeln mit den Zehn Geboten aus.
Das goldene Kalb (Kapitel 32-34)
Während Mose auf dem Berg Sinai weilt, werden die Israeliten ungeduldig und verlangen von Aaron, einen materiellen Gott zu machen, wie es in jener Zeit üblich war. Aaron sammelt Gold und stellt ein Goldenes Kalb her, welches er und die Israeliten anbeten. Gott teilt Mose den Abfall der Israeliten mit und kündigt an, sie zu töten, doch Mose bittet um Nachsicht, die Gott schließlich gewährt.
Als Mose im Lager ankommt, zerbricht er im Zorn die Steintafeln und zerstört das Goldene Kalb. Die Leviten erweisen sich als Gott getreu und erhalten von Mose den Auftrag, die männlichen abtrünnigen Verwandten mit dem Schwert umzubringen. Danach begibt sich Mose wieder auf den Berg Sinai, um Gott gnädig zu stimmen. Er erhält Vergebung, neue Steintafeln sowie erneute Verheißung und weitere Vorschriften und Gesetze für die Israeliten.
Errichten der Bundeslade und des Zelttempels (Kapitel 35-40)
Nach seiner Rückkehr versammelt Mose die Israeliten, und teilt ihnen Gottes Weisungen mit. Danach werden die Bundeslade, der Zelttempel sowie der Altar errichtet und Aaron als Priester gesegnet. Diese Kapitel enthalten in weiten Teilen eine Wiederholung der in Kapitel 24-31 gegebenen Vorschriften.
|
|
|
|