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Christus Online Bibellexikon
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Montag,
21.
Mai
2012
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1. Buch Mose
Das 1. Buch Mose, auf Hebräisch Bereschit, auf Griechisch Genesis genannt, ist das erste Buch der hebräischen und christlichen Bibel. Es erzählt von den Geschehnissen von der Erschaffung der Welt bis zum Wirken der Söhne Jakobs in Ägypten.
Der hebräische Name des Buchs gibt seine ersten Worte wieder: "Im Anfang" (Bereschit). Die Benennung der fünf Bücher Mose nach ihren Anfangsworten ist mit ihrer Verwendung für die Lesung im
[Gottesdienst in der Synagoge]
Im Judentum finden die Gottesdienste in der Synagoge statt. In allen Richtungen des Judentums werden Gottesdienste und Feiern am Sabbat (Freitagabend bis Samstagabend) und an den Feiertagen durchgeführt. Hinzu kommen in orthodoxen und einigen konservativen Gemeinden Gottesdienste am Morgen (Schacharit), Nachmittag (Mincha) und Abend (Maariv) an den Wochentagen.
Ein vollständiger Gottesdienst erfordert ein Quorum (hebräisch Minjan) von zehn erwachsenen Personen. In orthodoxen, teilweise auch in konservativen und liberalen Gemeinden, zählen nur Männer (ab 13 Jahren) zum Minjan. In vielen konservativen und allen Reform-Gemeinden in den USA und in vielen liberalen Gemeinden in Europa und anderswo werden auch Frauen (ab 12 Jahren) zum Quorum hinzugerechnet.
Der Gottesdienst besteht aus Gebeten und Liedern, an Samstagen und Feiertagen, in einigen Gemeinden auch montags und donnerstags, erfolgt morgens eine Lesung aus der Tora, an Jom Kippur noch zusätzlich nachmittags, an Simchat Tora oft auch abends. Die Gottesdienstordnung ist je nach Richtung und Gemeinde unterschiedlich.
in der Synagoge im Judentum verknüpft.
Der im deutschsprachigen Raum gebräuchliche Titel Genesis stammt aus der griechischen Übersetzung des Tanach, der Septuaginta, die im orthodoxen und katholischen Christentum als Altes Testament kanonisiert wurde. Sie fasst den Inhalt des ersten Verses zusammen: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde." (Genesis 1,1)
Das griechische Wort für "schaffen", "hervorbringen" (egeneto) bedeutet als Substantiv "Geburt", "Ursprung", "Entstehung". Es übersetzt das hebräische Verb bara, das in der Bibel ausschließlich für Gottes schöpferisches Handeln im Unterschied zu menschlichen Fähigkeiten verwendet wird. Es beschreibt die Erschaffung der Welt, die poetisch auch Wiege der Menschheit genannt wird. Von ihr erzählen die ersten beiden Kapitel des Buches.
Die deutsche Bezeichnung folgt dem sonstigen kirchlichen Sprachgebrauch, der traditionell Mose als Autor hervorhebt und damit auf die Offenbarung der Tora an ihn und das erwählte Gottesvolk Israel anspielt. Dies sind Inhalte der weiteren Bücher Mose, die zusammen mit der Genesis als Tora den ersten Hauptteil der Bibel bilden. Für Juden wie Christen ist die Schöpfungsgeschichte bereits Tora im Sinne von verbindlicher Weisung für das ganze Leben, die Gott den Menschen schenkt und gebietet.
Übersicht
Das 1. Buch Mose handelt von Gottes Schöpfung, die auf den Menschen zielt, ihm dient und ihm anvertraut ist. Die biblische Schöpfungserzählung knüpft an Entstehungsmythen und Kosmogonien in Israels antiker Umwelt an, grenzt sich aber auch deutlich gegen die archaisch-mythischen Vorstellungen (z. B. die Astralgötter Babyloniens) ab. Eine Theogonie, das heißt eine Differenzierung und Darstellung verschiedener Götter - wie etwa in den griechischen Sagen Homers - ist ihm nicht zu entnehmen. Hier wirkte das 1. Gebot der Bibel.
Von der Schöpfung der Welt ausgehend wird zunächst eine Frühgeschichte der Menschheit erzählt, die mit der Völkertafel endet. Es folgt die Frühgeschichte des Volkes Israel, beginnend mit der Berufung des Erzvaters Abraham. Die Lebens- und Familiengeschichten der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob stellen den Ursprung der Israeliten, ihrer Gesetze, Bräuche und religiösen Vorstellungen unter dem Aspekt der göttlichen Erwählung und des Bundes mit Israel bis zum Tod Josef in Ägypten dar.
Inhaltliche Zusammenfassung
Das Buch lässt sich inhaltlich grob in zwei Teile gliedern: Urgeschichte (Kap. 1-11) und Vätergeschichte (Kap. 12-50).
Die Urgeschichte umfasst die zwei Schöpfungsgeschichten (Kap. 1 und 2, christlich Hexaemeron genannt), die biblischen Erzählungen vom Garten Eden und der Vertreibung Adam und Evas daraus; Kain und Abel, (Kap. 3 und 4), die Sintflut um Noach (Kap. 6-9) und den Turm zu Babel (Kap. 11, erster Teil).
Diesem einführenden Teil folgen die Vätergeschichten: die Erzählungen im Land Israel um die Patriarchen Abraham (Kap. 12-25) sowie Isaak, Jakob und Esau (Kap. 25-35). Durch sie setzt Gott in die zerrüttete Welt einen segensvollen Neuanfang.
Das Buch schließt mit den Geschichten um Josef und seine Brüder (Kap. 36-50), die die Handlung nach Ägypten verlagert, wo dann das 2. Buch Mose ansetzt.
Die Schöpfung
Das 1. Buch Mose beginnt mit der Schöpfung der Welt durch Gott in sieben Tagen.
- Das Licht und damit Tag und Nacht werden geschaffen.
- Das Himmelsgewölbe wird errichtet, das das Wasser unter der Erde von Wasser über der Erde trennen soll. Dabei wird auf das antike Weltbild Bezug genommen, wonach über dem Firmament wieder Wasser sei.
- Land und Wasser werden getrennt, und Pflanzen werden erschaffen.
- Himmelskörper werden ans Himmelsgewölbe gebracht.
- Meerestiere und Vögel werden erschaffen.
- Landtiere und zuletzt die Menschen werden erschaffen, weiblich und männlich.
- Sabbat: Gott ruhte. Somit erschafft/erfindet er die Ruhe.
Die kunstvolle kurze Erzählung soll etwa zur Zeit der babylonischen Verbannung entstanden sein. In Abgrenzung zur polytheistischen Weltsicht der Babylonier stellten sie nun die Einzigartigkeit ihres Gottes JHWH heraus, der Herr über die gesamte Schöpfung ist. Der Glaube der Israeliten an ihren Gott, in der babylonischen Verbannung, in der scheinbaren Niederlage des Volkes Israels, wurde nun als Identifikationsgrundlage für das Volk erkannt und sollte gefestigt werden. Er musste der Versuchung der scheinbar siegreichen Religion Babylons mit seinen prunkvollen Liturgien widerstehen.
Adam und Eva
Die zweite Schöpfungsgeschichte handelt mehr von der Welt und den Menschen in weniger idealistischer Weise: Gott schafft (in zwei Versionen) den Menschen:
- 1. Mose 1,27: als männlich und weiblich (zakhar u-neqevah bara' 'otam') bzw. als männlich-weiblich.
- 1. Mose 2,7-8/15-22: Adam ("Mensch"), den ersten Menschen, aus Erde ("adama") und gibt ihm den Garten Eden als Wohnsitz. Da Adam einsam ist und unter den Tieren keinen Gefährten finden will, schafft Gott aus einer Rippe Adams Eva, die erste Frau.
Die Existenz dieser beiden Versionen zeigt die unterschiedlich dogmatischen Quellen auf. Die Rebellion gegen Gott (christlich als Sündenfall bezeichnet), bei dem Adam und Eva verbotenerweise vom "Baum der Erkenntnis von Gut und Böse" essen, führt zur Vertreibung aus dem Paradies, da Gott nicht riskieren will, dass die beiden Menschen auch noch vom Baum des ewigen Lebens, neben dem Baum der Erkenntnis, essen.
Gott formt den Menschen aus Erde des Ackerbodens. Das soll heißen, dass der Mensch aus demselben Stoff erschaffen ist wie seine Umwelt. Und wie der Wind den Staub von der Erde fegt, so ergeht es dem sterblichen Menschen. "Denn Staub bist Du, und zum Staub musst du zurück." Er ist kein Gott, er hat sich nicht selbst gemacht, er ist begrenzt. Alle Menschen entstammen der Erde, jenseits aller Geschichte, Kasten, Rassen und Kultur.
Damit der Mensch zum Menschen wird, geschieht noch ein Zweites. Der Grundstoff Erde, aus dem Gott den Menschen geformt hat, wird erst richtig zum Menschen, indem ihm Gott seinen Atem, seinen Geist in die Nase bläst. Gott tritt also in den Menschen - seine Schöpfung - hinein. In ihm berühren sich Himmel und Erde.
Dieser von Gott aus Erde geschaffene Mensch, ausgestattet mit seinem Atem, kann sich auch in einer freien Entscheidung gegen Gott stellen. Das wird mit dem Begriff Sünde umschrieben. Der Mensch will mehr vom Leben, mehr Freiheit, mehr Lust. Er entwickelt eine wahre Gier, setzt sich hinweg über die gottgegebenen Gesetze der Natur, über jegliche vorgegebene Ordnung und hält allein sich für das Maß aller Dinge. Der Sündenfallbericht ist eine epische Geschichte, in die eine theologische Aussage eingekleidet wird.
Der Turmbau zu Babel
Die summarische Stammfolge der Völker, der Nachkommen Noachs, welche in Genesis Kapitel 10 beginnt und in Gen 11,10 mit den Vorfahren Abrahams fortgesetzt wird, wird durch die Geschichte vom Turmbau zu Babel unterbrochen. Gott verwirrt die Sprache der Menschen und zerstreut sie über die Welt, da sie sich anschicken, einen Turm bis zum Himmel zu bauen und sich damit selber an die Stelle Gottes setzen könnten. Die Sprachverwirrung ist eine mythologische Deutung der Vielfalt der Sprachen.
Nach Meinung einiger Gelehrter soll der Turm zu Babel erst während der babylonischen Verbannung erbaut worden sein bzw. existiert haben und der obersten Gottheit Babylons gehört haben.
Abram und Sarai
Abrams Vater Tharah verließ mit Abram und dessen Frau Sarai sowie mit seinem Enkel Lot, der von seinem Sohn Haran stammt, seine chaldäische Heimatstadt Ur und kam so in die Stadt Haran, wo sie sich niederließen. Nachdem Tharah hochbetagt verstorben war, machte sich Abram daran, einem von Gott an ihn ergangenen Ruf zu folgen:
"Und der HERR sprach zu Abram: Gehe aus deinem Vaterlande und von deiner Freundschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will." 1. Mose 12, 1
Also zog Abram, der später durch Gott Abraham umbenannt wurde, aus Haran in das ihm und seinen Nachkommen verheißenes Land Kanaan. Ihn begleiten seine Frau Sarai (später Sara genannt) und seine Familie sowie sein Neffe Lot mit dessen Familie. Nach einem dürrebedingten Aufenthalt in Ägypten trennen sich Abram und Lot, um Konflikte über Weidegründe zu vermeiden. Lot siedelt im Tal von Sodom.
Sodom und Gomorra
Drei Boten (Engel) erscheinen bei Abram und bestätigen, dass er und Sarai trotz ihres hohen Alters binnen Jahresfrist einen Sohn haben werden. Weiterhin berichten sie vom Plan Gottes, die Städte Sodom und Gomorra aufgrund der Sünden ihrer Einwohner zu vernichten. Abrahams Bitte, doch keine Unschuldigen umzubringen, wird von Gott angenommen, führt aber nur zur Rettung Lots und seiner Familie; alle anderen kommen um. Lots Frau erstarrt beim verbotenen Blick auf den Ort der Zerstörung zur Salzsäule.
Jakob und Esau
Saras Sohn Isaak heiratet Rebekka und hat Zwillingssöhne: Esau, der ein Jäger wird, und Jakob, der Nomade wird. Es folgt die Geschichte vom Recht des Erstgeborenen, das Jakob Esau für ein Linsengericht abkauft. Als Jakob auch noch den Segen Isaaks für sich durch Täuschung erhält, flieht er auf Rat seiner Mutter, um Esaus Zorn zu entgehen.
Bei dem Bruder seiner Mutter, Laban, wirbt er um dessen Tochter Rachel. Für sie muss er sieben Jahre dienen. Er bekommt darauf Lea, die er aber nicht haben möchte, weil er Rachel liebt. Er heiratet Lea und dient weitere sieben Jahre, um Rachel zu bekommen. Mit beiden Frauen und deren zwei Mägden hat er schließlich zwölf Söhne. Aus diesen gehen die zwölf Stämme Israels hervor. Er hat auch eine Tochter namens Dina.
Während seiner Rückkehr in die Heimat beschließt Jakob, Esau um Verzeihung zu bitten. Als er erfährt, dass dieser ihm mit 400 Mann entgegen zieht, ergreift Jakob die Furcht und er stellt ein Versöhnungsgeschenk, bestehend aus Hunderten von Ziegen, Böcken, Schafen und anderen Tieren zusammen. Mit diesem Geschenk schickt Jakob seine Knechte voraus, um seinem Bruder Esau seinen demütigen Wunsch zur Versöhnung zu übermitteln.
In der folgenden Nacht findet sich Jakob im Ringkampf mit einem mysteriösen Wesen, das unterschiedlich als Gott selbst, als Engel oder als Mensch verstanden wird. Jakob geht aus dem Ringkampf überlegen hervor und verlangt von seinem Gegner gesegnet zu werden, bevor er ihn freigibt. Dieser gibt Jakob darauf einen neuen Namen: Israel, soviel wie "der mit Gott ringt". Am nächsten Tag begegnen sich Jakob und Esau, der seinen Bruder gerührt in die Arme schließt und das Geschenk zunächst ablehnt, es aber auf Drängen Jakobs schließlich annimmt.
Josef und seine Brüder
Josef ist Jakobs Lieblingssohn und verrät seine Brüder oft beim Vater, er wird daher von seinen Brüdern gehasst. Sie verkaufen ihn als Sklaven an eine nach Ägypten ziehende Karawane und täuschen Jakob vor, Josef sei von wilden Tieren getötet worden.
Josef wird in Ägypten als Sklave an Potiphar, einen Hofbeamten des Pharaos, verkauft. Dessen Ehefrau lässt Josef mit falschen Anschuldigungen ins Gefängnis werfen, als er sich weigert mit ihr zu schlafen. Aufgrund seiner Fähigkeit, Träume zu deuten, kommt Josef jedoch wieder frei und wird zu einem einflussreichen Mann in Ägypten. Als er sieben fette und sieben dürre Jahre in Ägypten richtig vorhersagt und das Land durch einen Vorratshaltungs-Plan vor einer Hungersnot rettet, ist seine Position als Wesir gesichert.
Weil seine Familie in Kanaan unter der Dürre leidet und in Ägypten Getreide einkaufen will, kann er sie zu sich nach Ägypten holen. Er versöhnt sich mit seinen Brüdern und kann noch von seinem sterbenden Vater Abschied nehmen.
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