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Christus Online Bibellexikon
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21.
Mai
2012
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Herodes der Große
Herodes I., auch Herodes der Große (* um 73 vor Christus; † im März 4 vor Christus in Jericho) war König über Judäa, Galiläa, Samarien und andere Gebiete. Als von Rom eingesetzter und gestützter Vasallenkönig war seine Souveränität jedoch eingeschränkt.
Herodes entstammte einer vornehmen, wohlhabenden und einflussreichen idumäischen Familie. Herodes war der zweite Sohn von Antipatros und dessen Frau Kypros. Die Idumäer, im Alten Testament der Bibel als Edomiter bezeichnet, siedelten im südlichen Judäa. Er entstammte daher keinem der jüdischen Stämme, gehörte jedoch dem Judentum an, da der Hasmonäer-König Johannes Hyrkanos I. (175-104 vor Christus) bei der Eroberung Idumäas die Bewohner zur Annahme des Judentums gezwungen hatte.
Obwohl er sich Zeit seines Lebens an die jüdischen Regeln und Riten hielt und alles unterließ, was den Zorn des jüdischen Volkes oder der jüdischen Obrigkeit hätte hervorrufen können, wurde ihm immer vorgeworfen, dass er kein Jude sei, denn in der Tora steht: "Du sollst aber einen aus deinen Brüdern zum König über dich setzen. Du darfst nicht irgendeinen Ausländer, der nicht dein Bruder ist, über dich setzen." (Deuteronomium 17,15), also niemanden als Herrscher anerkennen, der nicht Israelit ist.
Herodes ließ sich 23 vor Christus in Jerusalem einen Königspalast errichten sowie die Residenz Herodeion (so der griechische Name, lateinisch lautet er "Herodium") in Judäa. Herodes ging im Jahr 6 vor Christus mit Härte gegen Pharisäer vor, die verkündet hatten, dass mit der Geburt des Messias das Ende seiner Herrschaft bevorstünde.
Herodes bestimmte seinen Sohn Herodes Antipas aus vierter Ehe mit Malthake zu seinem Thronfolger. Er war damals schon von einer schweren Krankheit gezeichnet. Junge Thoraschüler zerschlugen 4 vor Christus nach einem Aufruf von pharisäischen Lehrern den goldenen Adler über dem Haupteingang zum Tempel in Jerusalem als angeblich römisches Symbol. Herodes ließ die Schuldigen verhaften, vor Gericht stellen und bestrafen.
Ende März oder spätestens Anfang April des Jahres 4 vor Christus starb Herodes. Schon lange litt er an einer chronischen und schmerzhaften Krankheit.
Modell des Tempels in Jerusalem im Israelmuseum |
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Herodes wird im Matthäus Evangelium als der König von Judäa beschrieben, der wegen des Besuchs der Magier und deren Frage nach der Geburt des "Königs der Juden" (d. h. Jesus) um seine eigene Regentschaft bangte und schließlich die Ermordung aller Knaben bis zum Alter von zwei Jahren in Betlehem befahl. Als "König Israels" wurde in jüdisch-messianischen Kreisen ein Gesalbter (Messias) aus dem Geschlecht Davids, also aus dem Stamm Juda erwartet. |
Herodes als Idumäer konnte jedoch als König von Judäa religiös nicht anerkannt werden. Das Lukas Evangelium erwähnt Herodes nur kurz in seiner Eigenschaft als König.
Zu seinen baulichen Leistungen gehören u.a.: die mit immensem Aufwand betriebene Erneuerung des Tempels in Jerusalem in unerhörter Pracht (als einzelne Tempelanlage betrachtet, gab es im ganzen Imperium nichts Vergleichbares), die Anlage der Felsenfestung Masada in der Nähe des Toten Meeres, der Bau der Palastfestung Herodium südlich von Jerusalem auf einem teilweise künstlich aufgeschüttetem Hügel und
der Neubau des Palastes in Jerusalem.
Herodes Antipas
(* um 20 vor Christus in Judäa; † um 39 nach Christus in Lugdunum, Südgallien) war der Sohn Herodes' des Großen und der Samaritanerin Malthake, der zur Zeit Jesu als Tetrarch in Galiläa herrschte.
Herodes Antipas wurde in Rom erzogen. Als sein Vater im Jahre 4 vor Christus starb, wurde er als einer der wenigen Söhne, die allen Nachstellungen entgangen waren, Herrscher von Galiläa und Peräa. Er machte Sepphoris in Galiläa zu seiner Hauptstadt. Außerdem gründete er Tiberias am See Genezareth, eine hellenistische Stadt, die nach Kaiser Tiberius benannt wurde.
Er verliebte sich in seine Schwägerin und Nichte Herodias, die Frau seines Halbbruders Herodes Boethos (der Sohn der zweiten Mariamme). Herodias verließ aus Liebe zu ihm ihren Mann, und Herodes Antipas wiederum verstieß seine erste Frau, die Tochter des nabatäischen Königs Aretas IV. Dieser doppelte Ehebruch erregte bei den Juden Anstoß. Der gekränkte Schwiegervater Aretas brachte ihm in einem Grenzkrieg eine schwere Niederlage bei.
Johannes der Täufer hielt Herodes um 28 nach Christus den doppelten Ehebruch öffentlich vor, worauf Johannes verhaftet, in die Bergfestung Machärus gebracht und später auf Veranlassung der Herodias hingerichtet wurde.
Herodes Antipas ging auf Betreiben von Herodias 39 nach Christus nach Rom, um von Caligula den Königstitel zu erhalten, wurde jedoch aufgrund von schweren Anklagen, die sein Neffe und Schwager Herodes Agrippa I. gegen ihn vorgebracht hatte, nach Lugdunum in Südgallien verbannt. Dort starb er, das genaue Todesdatum ist unbekannt. Im Anschluss daran wurde sein Reich mit dem Gebiet des Herodes Agrippa vereinigt.
Herodes Antipas wird im Neuen Testament der Bibel immer als König Herodes oder Tetrarch (Vierfürst) erwähnt. Erst im Lauf der Jahrhunderte gab man ihm den Beinamen Antipas, um ihn von seinem gleichnamigen Vater zu unterscheiden.
Die biblische Erzählung berichtet, dass Pontius Pilatus, als er Jesus in Gewahrsam hatte und erfuhr, dass er Galiläer sei, ihn zu Herodes Antipas schickte, da sich dieser gerade in Jerusalem aufhielt, weil dieser für ihn zuständig sei. Herodes freute sich, da er von Jesus ein Wunder sehen wollte. Als Jesus nicht darauf einging und auch nicht auf seine Fragen antwortete, trieb er Spott mit ihm, indem er ihn mit einem hellglänzenden Kleid bekleidete, und schickte ihn zu Pilatus zurück. Offenbar gefiel es Herodes, in dieser Angelegenheit berücksichtigt worden zu sein, denn danach wurden Pilatus und Herodes, die früher verfeindet gewesen waren, Freunde.
Herodes Agrippa I.
(* 10 vor Christus; † 44 nach Christus) war von 37 nach Christus bis zu seinem Tod König von Judäa. Herodes Agrippa war der Sohn des jüdischen Prinzen Aristobulos und dessen Ehefrau Berenike sowie ein Enkel des Königs Herodes des Großen von Judäa. Einer seiner Brüder war Herodes von Chalkis, der spätere Herrscher des Königreichs Chalkis. Sein anderer Bruder war Aristobulos, der mit Jotape, der Tochter des Königs Sampsigeramos II. von Emesa verheiratet war.
Herodes Agrippa wuchs in Rom auf, wo sich nach dem Tode Herodes des Großen auch seine Mutter Berenike dauerhaft niederließ, und wurde zusammen mit Drusus dem Jüngeren, dem Sohn des Tiberius, sowie dem späteren Kaiser Claudius erzogen. So konnte er früh einflussreiche Kontakte zum Kaiserhof knüpfen und pflegen.
Solange seine Mutter Berenike noch lebte, musste Agrippa seiner zur Übertreibung neigenden Freigebigkeit noch Zügel anlegen, um sie nicht zu erzürnen, nach ihrem Tode überließ er sich jedoch ohne Schranken einem großzügigen bis verschwenderischen Lebensstil, in dessen Gefolge er hohe Schulden anhäufte. Als seine Gläubiger sich nicht mehr beruhigen ließen, musste er schließlich Rom verlassen.
Er hielt sich daraufhin (immer in Geldnot) in Idumäa, Antiochia und Alexandria auf. Wie der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus berichtet, dachte Agrippa in seiner Verzweiflung sogar an Selbstmord. Seiner Ehefrau Kypros, einer Enkelin Herodes des Großen, gelang es jedoch, dies abzuwenden, in dem sie Unterstützung von seiten ihrer Verwandten (u. a. Herodes Antipas und dessen Gattin Herodias) erbat.
Im Jahre 41 nach Christus erhielt Agrippa von Claudius zusätzlich noch die Gebiete des Herodes Archelaos. Damit umfasste sein Machtbereich das ursprüngliche Gebiet von Herodes dem Großen. Es gelang ihm durch seine Fürsprache bei Kaiser Claudius, auch seinem Bruder Herodes von Chalkis, mit dem er sich immer gut verstanden hatte, die Übertragung eines Territoriums verbunden mit der Königswürde zu erwirken. Herodes Agrippa I. starb 44 nach Christus.
Herodes Agrippa pflegte nach außen hin den Regierungsstil eines orientalischen, hellenistischen Herrschers. Innenpolitisch versuchte er durch strenge Ausrichtung an den jüdischen Gesetzen die einflussreichen konservativen Kreise des Judentums auf seine Seite zu bringen. Aus diesem Grund zettelte er wohl auch eine Verfolgung der jungen christlichen Gemeinde Jerusalems an, in deren Verlauf der Apostel Jakobus ermordet wurde und Simon Petrus in Gefangenschaft geriet.
Sein Tod ist in der biblischen Apostelgeschichte beschrieben. Daher spielt er in der Chronologie der neutestamentlichen Ereignisse eine bedeutende Rolle:
Als es aber Tag wurde, entstand eine nicht geringe Verwirrung unter den Soldaten, was wohl mit Petrus geschehen sei. Als aber Herodes ihn holen lassen wollte und ihn nicht fand, verhörte er die Wachen und ließ sie abführen. Dann zog er von Judäa hinab nach Cäsarea und blieb dort eine Zeit lang. Er war aber zornig auf die Einwohner von Tyrus und Sidon. Sie aber kamen einmütig zu ihm und überredeten Blastus, den Kämmerer des Königs, und baten um Frieden, weil ihr Land seine Nahrung aus dem Land des Königs bekam. Und an einem festgesetzten Tag legte Herodes das königliche Gewand an, setzte sich auf den Thron und hielt eine Rede an sie. Das Volk aber rief ihm zu: Das ist Gottes Stimme und nicht die eines Menschen! Alsbald schlug ihn der Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab. Und von Würmern zerfressen, gab er den Geist auf. Und das Wort Gottes wuchs und breitete sich aus. Apostelgeschichte 12, 18-24
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