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Christus Online Bibellexikon
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Montag,
21.
Mai
2012
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Der Prophet Jeremia
(Jirmeja; dt. "Gott erhöht") ist neben Jesaja und Ezechiel einer der drei großen Schriftpropheten des Tanach, der hebräischen Bibel. Im Kanon des Alten Testaments steht sein Buch nach Jesaja an zweiter Stelle der Prophetenbücher. Im hebräischen Kanon gehört es zu den hinteren der Nevi'im. Seit dem Mittelalter wird das Buch in 52 Kapitel unterteilt.
Jeremia wirkte etwa 625 bis 585 vor Christus in Jerusalem. Er predigte dem Volk Israel Bekehrung und Umkehr zu JHWH und prophezeite jahrelang den Untergang der Tempelstadt, der im Jahr 586 vor Christus tatsächlich eintrat.
Das Buch ist eine wichtige Quelle für die Geschichte des ausgehenden Königtums im Südreich Juda. Viele der darin erwähnten Völker des Nordens finden sich auch in assyrischen und griechischen Quellen.
Der Autor bezeichnet Jeremia (in Jeremia 1, 1) als Sohn des Priesters Hilkija, der möglicherweise von Abjatar, dem von David nach Anatot verbannten Priester (1. Könige 2, 26), abstammt. Ob dieser mit dem 2. Könige 22 genannten Priester Hilkija identisch ist, ist nicht bekannt.
Eine priesterliche Prägung der Botschaft Jeremias, wie etwa beim Propheten Ezechiel, ist trotz seiner priesterlichen Herkunft jedenfalls nicht erkennbar. Auch seine Stellung gegenüber der Josianischen Reform (622 v. Chr.) bleibt völlig unklar, da Jeremiaworte aus den Jahren zwischen der Reform und dem Tod des Josia nicht überliefert sind.
Jeremia stammt aus Anatot, dessen Bewohner ihm das Auftreten als Prophet ausreden wollen (Jermia 11, 18-23).
Im biblischen Jeremiabuch ist die letzte Nachricht seine Verschleppung nach Ägypten. Spätere nicht-kanonische Schriften erzählen von seinem Leben dort und seiner Steinigung ca. 580 vor Christus durch Juda.
Theologische Schwerpunkte
Theologische und ethische Analysen gehen ineinander über, ebenso die Kritik. Ein Grundgedanke ist, dass - wenn Israel anderen Göttern folgt - JHWH gegen sein auserwähltes Volk prozessiert und mit dem Verlust des Landes droht. Saeqaer (Hebr. = Lug, Trug, Verlogenheit) gilt als Schlüsselwort: Nicht mehr das Recht JHWHs bestimmt eine auf Solidarität gründende Gemeinschaft, sondern Täuschung, Betrug und Gewinn prägen die Gesellschaft. Daher trifft die Kritik v.a. die Propheten, Priester und Könige.
In manchen Texten scheint das Gericht als unausweichlich, dann wieder gibt es doch konkrete Heilserwartungen. Heil und Unheil lassen sich nicht immer säuberlich scheiden. Heil liegt darin, dass die Zeit des Unheils begrenzt ist, dass Gott auf Bestrafung verzichtet und Jerusalem zurückkehren darf zu JHWH. |
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Gliederung des Buches
Kapitel 1-10 Berufung Jeremias als Prophet und Gerichtsworte Besonders beachtenswert ist die Tempelrede in Kapitel 7 und die Götzenpolemik in Kapitel 10.
Kapitel 11-20 Klagen und Gerichtsworte
Die Konfessionen Jeremias thematisieren die Einsamkeit des Propheten, der darum Gott anklagt. Einprägsam sind auch die zahlreichen Zeichenhandlungen Jeremias: Der verdorbene Gürtel (Kapitel 13), der zerschmetterte Krug (Kapitel 19), u.a..
Kapitel 21-24 Worte an die Führenden: Jerusalem wird zerstört werden!
Kapitel 25 Ansage des 70-jährigen Exils
Kapitel 26-29
1. Schülerbericht: Das Schicksal Jeremias
Hier wird Jeremia im Konflikt mit anderen Propheten gezeigt, v.a. dem Hofpropheten Hananja.
Kapitel 30-35 Heilsworte
Die Rede vom Neuen Bund (Kapitel 31) wird verdeutlicht durch den Ackerkauf in Anatot (Kapitel 32). Dies soll zeigen, dass Israel jenseits der bevorstehenden Zerstörung Jerusalems eine Zukunft hat.
Kapitel 36-45 2. Schülerbericht: Das Schicksal Jeremias im belagerten Jerusalem Hier steht Jeremia im Konflikt mit dem letzten König Judas Zidkija. Nach der Eroberung Jerusalems (Kapitel 39) und der Ermordung des babylonischen Statthalters Gedalja (Kapitel 41) flieht er nach Ägypten (Kapitel 43). Seine letzte Zeichenhandlung dort kündigt die Eroberung Ägyptens durch die Babylonier an.
Kapitel 46-51 Worte gegen fremde Völker
Kapitel 52 Bericht über die Zerstörung Jerusalems und die Begnadigung Jojachins.
Die Klagelieder Jeremias
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