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Christus Online Bibellexikon
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Montag,  21. Mai 2012

 



Jesus Christus

ist nach dem Neuen Testament der von Gott zur Erlösung aller Menschen gesandte Messias und Sohn Gottes. Mit seinem Namen drückten die Urchristen ihr Glaubensbekenntnis aus und bezogen die Heilsverheißungen der Hebräischen Bibel (Altes Testament) auf Jesus von Nazaret.

Die urchristlichen Quellen

Das NT überliefert die Botschaft von Jesus Christus in verschiedenen Literaturformen für verschiedene Zwecke:

  • in 21 Briefen an bestimmte christliche Gemeinden oder einzelne Personen mit missionarischen, seelsorgerlichen, praktischen und lehrhaften Inhalten,

  • in vier Evangelien, von denen zwei Jesu Geburt, alle vier sein Auftreten, Reden und Handeln, vor allem aber sein Leiden, Sterben und Auferstehen erzählend darstellen,

  • in einer Apostelgeschichte, die den Verlauf der urchristlichen Mission unter Lenkung des Heiligen Geistes von Jesu Erscheinung nach seinem Tod bis zu der Überführung des Paulus von Tarsus nach Rom darstellt,

  • in der Johannesoffenbarung, die Endzeitvisionen in der Tradition der jüdischen Apokalyptik präsentiert.
Die Paulusbriefe sind die ältesten urchristlichen Schriften. Ihr Autor erklärt sich zum Augenzeugen des auferstandenen Jesus, den er vorher nicht gekannt habe. Sie enthalten einige Worte Jesu und biografische Details, aber keine Berichte von seinem irdischen Wirken.

Die vier kanonischen Evangelien erzählen Jesu Wirken und Schicksal auf verschiedene, auf ihre Adressaten zugeschnittene Weise. Vor allem die drei "synoptischen" Evangelien bieten gemeinsame Stoffe. Ihre Reihenfolge, Auswahl und Darstellung unterscheiden sich aufgrund verschiedener redaktioneller Konzepte; ihre Glaubensaussagen über Jesus stimmen jedoch in den Grundzügen überein und ergänzen einander. Daneben gibt es eine Reihe urchristlicher Apokryphen, die nicht in den späteren Kanon des Neuen Testaments aufgenommen wurden.

Alle Schriften des Neuen Testaments verkünden Jesus Christus, seine Geschichte, sein Verhältnis zu Gott und seine Bedeutung auf verschiedene, aber im Kern übereinstimmende Weise als "Evangelium" (Frohbotschaft) für die ganze Welt.

Denn ihre Autoren glaubten an die Auferstehung Jesu Christi. Jesus war für sie kein vergangener gescheiterter Wanderprediger, sondern der zur Rettung aller Menschen aus Sünde und Tod in die Welt gekommene Sohn Gottes, der den Gerichtstod auf sich genommen habe, von Gott auferweckt worden sei, nun für alle Zeiten lebe und sich selbst immer neu in Erinnerung rufe, bis er seine Botschaft am Ende der Zeit selbst wahr machen werde.

Dieser Glaube veranlasste die Urchristen Gemeinden zu bilden und zu gründen, Jesu Worte zu sammeln, aufzuzeichnen und als Jeden angehende Botschaft weiterzugeben. Ihre Schriften wollen alle Menschen zum Glauben an den menschgewordenen, für sie stellvertretend getöteten und auferstandenen Gottessohn einladen.

Jesu Geburt

Zu jener Zeit ordnete Kaiser Augustus an, dass alle Menschen in seinem Reich gezählt und für die Steuer erfasst werden sollten. Und alle gingen hin, um sich einschreiben zu lassen, jeder in die Heimatstadt seiner Vorfahren. Auch Josef machte sich auf den Weg. Aus Nazareth, ging er nach Bethlehem. Josef musste sich dort einschreiben lassen, zusammen mit seiner Verlobten Maria, die ein Kind erwartete. Während sie in Betlehem waren, kam für Maria die Zeit der Entbindung. Sie brachte ihr erstes Kind, einen Sohn, zur Welt, sie legte ihn in eine Futterkrippe; denn sie hatten keinen Platz in der Unterkunft bekommen.

Jesu Wirken

Jesus predigte in vielen Städten Galiläas das Reich Gottes. In Kafarnaum am See Genezareth soll Jesus zuerst aufgetreten in das dortige Haus des Petrus eingezogen und von seinen Reisen öfter dorthin zurückgekehrt sein. Er sah sich nur zu den "verlorenen Schafen des Hauses Israel" gesandt seine wenigen überlieferten Begegnungen mit Nichtjuden erscheinen als Ausnahmen. Während dieser Zeit heilte er viele Kranke, trieb böse Geister aus und erweckte Tode wieder zum Leben.

Die Kreuzigung

Mit der öffentlichen Geißelung begann die römische Hinrichtungsprozedur. Diese Folter war integraler Bestandteil einer römischen Kreuzigung und wurde oft so brutal durchgeführt, dass der Verurteilte bereits daran starb. Die Verhöhnung durch die römischen Soldaten wird oft als "Verspottungsritual" verstanden, das von Jesu Verurteilung als "König der Juden" veranlasst und zum "Spott über die Juden und ihre messianische Hoffnung" vollzogen wurde.

Danach zwang man Jesus, sein Kreuz zum Richtplatz vor die Stadtmauer von Jerusalem zu tragen. Nach Markus 15, 21 wurde ein zufällig von der Feldarbeit vorbeikommender Jude genötigt, ihm die Last abzunehmen. Nach Markus wurde Jesus zusammen mit zwei "Räubern" auf dem Hügel Golgota ("Schädelstätte") gekreuzigt.

Die Kreuzigung war im römischen Kaiserreich die grausamste Hinrichtungsmethode, meist angewandt gegen Aufständische, entlaufene Sklaven und Einwohner ohne römisches Bürgerrecht. Sie sollte jüdische Augenzeugen demütigen und von der Teilnahme an Aufruhr abschrecken. Juden galt sie als Verfluchtsein durch Gott. Der Todeskampf konnte je nach Ausführung tagelang dauern, bis der Gekreuzigte verdurstete, am eigenen Körpergewicht erstickte oder an Kreislaufversagen starb.

Jesu Auferweckung

Die Auferweckung Jesu von den Toten ist Hauptinhalt der urchristlichen Heilsbotschaft, die im Kern lautete: Jesus wurde für uns gekreuzigt und auferweckt. Diese Glaubensaussage beruhte auf bestimmten Erfahrungen mit Jesus nach seinem Tod.

Das leere Grab

Der älteste Passionsbericht endet mit der Entdeckung des leeren Grabes Jesu am "dritten Tag" von Jesu Tod an. Der Passionsbericht liefert folgende Darstellung: Nur noch Frauen von Jesu Anhängern waren dabei. Einige sahen, wo er begraben wurde. Nach dem Sabbat wollten sie den Toten gemäß jüdischer Sitte einbalsamieren und so ehren. Dabei fanden sie sein Grab leer. Die Erklärung dafür gab ihnen ein junger Mann in weißem Gewand, also ein Engel.

Aber der Mann sagte zu ihnen: "Habt keine Angst! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist nicht mehr hier. Er ist auferstanden. Seht her, an dieser Stelle hat er gelegen. Und nun geht zu seinen Jüngern und zu Petrus, und sagt ihnen, dass Jesus euch nach Galiläa vorausgehen wird. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch versprochen hat." (Markus 16, 6-7)

Leonardo da Vinci: Abendmahl, 1498, Wandbild im Konvent Santa Maria delle Grazie in Mailand. Von links nach rechts: Bartholomäus, Jakobus der Jüngere, Andreas, Judas, Petrus, Johannes, Jesus, Thomas, Jakobus der Ältere, Philippus, Matthäus, Thaddäus und Simon.
Leonardo da Vinci: Abendmahl, 1498, Wandbild im Konvent Santa Maria delle Grazie in Mailand. Von links nach rechts: Bartholomäus, Jakobus der Jüngere, Andreas, Judas, Petrus, Johannes, Jesus, Thomas, Jakobus der Ältere, Philippus, Matthäus, Thaddäus und Simon.  Gemeinfreiheit





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