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Christus Online Bibellexikon
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Montag,
21.
Mai
2012
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Evangelium nach Lukas
ist das dritte Buch des Neuen Testaments der christlichen Bibel; es wird seit dem Mittelalter in 24 Kapitel unterteilt. Es ist eines der vier kanonischen Evangelien und wird zusammen mit dem Matthäusevangelium und dem Markusevangelium zu den synoptischen Evangelien gezählt.
Der Überlieferung nach wurde Lukas im syrischen Antiochia (heutige Türkei) geboren. Einer These nach gehörte er zu den griechischen Bewohnern Antiochias und somit zu den ersten Heidenchristen, die von Paulus im Jahre 40 missioniert wurden. Es heißt, er habe Paulus auf seiner zweiten Missionsreise im Jahre 51 nach Makedonien und Griechenland begleitet. Es wird angenommen, dass er einige Zeit in Philippi, bei der dortigen Christengemeinde, gelebt hat. Etwas später soll er Paulus wieder nach Jerusalem und auch nach Rom gefolgt sein (Jahr 62). Es wird überliefert, dass er nach Paulus Tod wieder in Griechenland lebte. Dort hat er das nach ihm benannte Evangelium geschrieben. Im Alter von 84 Jahren ist er, den Überlieferungen nach, in Achaia/Boeotien gestorben.
Entstanden ist das Evangelium wohl im Zeitraum 90 - 100 n. Chr. Die Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 war dem Verfasser wohlbekannt. Da sich Lukas für ein loyales Verhältnis von Kirche und Staat ausspricht, dürfte ihm die Christenverfolgung unter Domitian (röm. Kaiser 81 - 96 n. Chr.) noch nicht bekannt gewesen sein, ebenso wenig wie die Sammlung der Paulusbriefe, die etwa um 100 n. Chr. Verbreitung fand.
Das Lukasevangelium ist so insbesondere das erste Evangelium, das die verzögerte Wiederkehr Christi, die sogenannte Parusieverzögerung, berücksichtigt. Lukas 21, 8 warnt vor denen, die sagen, das Ende sei nahe. Der zentrale Inhalt der Botschaft Jesu, das Kommen des Reich Gottes wird zwar beibehalten, aber durch die besondere lukanische Darlegung wird die Erwartung des Gottesreiches von der Terminfrage gelöst; denn es gehe um das Wesen des Gottesreiches vielmehr denn um sein baldiges Kommen.
Inhaltliche Zusammenfassung
Die Kindheitsgeschichte
Lukas bietet herausragende narrative Theologie, das heißt er betreibt Theologie, indem er erzählt, statt zu spekulieren. Er setzt das christliche Glaubensbekenntnis erzählerisch um und beginnt seine Erzählung vom Geheimnis der Gottessohnschaft mit einer Beschreibung der Geburt Jesu. Gerade in der Kindheitsgeschichte zeigt sich, wie außerordentlich gut Lukas erzählen konnte.
Seine Quellen sind kunstvoll geordnet, so hat Lukas die Geburtsgeschichte des Johannes mit der von Jesus verzahnt und so angeordnet, dass Johannes ganz auf Jesus ausgerichtet ist und auf ihn hinweist. Es geht klar hervor, dass Jesus Johannes überflügelt. Johannes predigt das Gericht und ruft zur Umkehr auf, während Jesus die gute Nachricht von der Gnade Gottes verkündet.
Hier hat Lukas zwei Doppelbilder "gemalt". Das eine zeigt die Geburtsankündigungen, das zweite die Geburten. Nach beiden Bildern findet man Meditationen über das Geschehene. Nach der Ankündigung der Geburten folgt der Besuch Marias bei Elisabeth. Nach der Geburt Jesu folgt das Zeugnis von Simeon und Hanna über Jesus und die Geschichte des 12-Jährigen im Tempel. Diese Bilder zeigen das Geheimnis des Neugeborenen.
Krankheit und Heilung bei Lukas
Lukas wurde auch als Arzt gesehen, weil er die ärztliche Sprache beherrscht. In keinem anderen Evangelium kommen so häufig die Wörter heilen und gesundmachen vor wie bei Lukas. Christus ist der Mensch, der Heil und Heilung bringt. Heilung bedeutet für Lukas die Herstellung der menschlichen Würde und Harmonie.
Dies wird insbesondere deutlich, wenn man sich nur gerade die Heilungsgeschichten anschaut, die nur Lukas beschreibt: die des Wassersüchtigen und die der gekrümmten Frau. Beide dieser Heilungen finden am Sabbat statt, dem Tag, an dem sich Gott eigentlich von der Schöpfung ausruht. Jesus stellt also hier bildlich durch die Heilung wieder die Schöpfung her und vollendet das Werk des Vaters.
Gleichnisse Jesu
Lukas beherrscht nicht nur die Kunst, das therapeutische Wirken Jesu weiterzugeben; ebenso phänomenal beschreibt Lukas die Gleichnisse Jesu Christi. Lukas verdanken wir verschiedene wertvolle Überlieferungen, die sich in den anderen Evangelien nicht finden, darunter die Gleichnisse vom barmherzigen Samariter, vom verlorenen Sohn, vom klugen Verwalter, vom Pharisäer und Zöllner.
Hier wird vor allem auffällig, wie schön und malerisch Lukas Jesus während des Erzählens der Gleichnisse beschreibt und wie Jesus sich in den Gleichnissen selbst portraitiert. In den lukanischen Sondergleichnissen benutzt der Autor seinen typischen griechischen Stil, besonders auffällig ist der innere Monolog, ein Stilmittel, das vor allem in der antiken Romanliteratur und in griechischen Komödien zu finden war. Ebenso sind im Lukasevangelium auch Gleichnisse für die Frauenwelt zu finden. So gibt es neben dem Gleichnis vom verlorenen Schaf auch das Gleichnis von der verlorenen Drachme.
Jesus - Vorbild des Beters
Lukas hat Jesus auch wie kein anderer als Betenden beschrieben. Er betet immer wieder vor wichtigen Entscheidungen und zieht sich immer wieder an stille Orte zurück, um zum Vater zu beten. Man nimmt an, dass Lukas hier auch den Gläubigen den Weg und die Wichtigkeit des Betens nahebringen will. Lukas zeigt verschiedene Varianten des Gebetes, beispielsweise Jesu Gebet vor der Taufe (Lukas 3,21), Jesu Gebet nach der Heilung der Aussätzigen (Lukas 5,16) und das Gebet vor der Wahl seiner Jünger (Lukas 6,12).
Auferstehungsgeschichten
Als einziger Evangelist berichtet Lukas nicht nur von der Auferstehung, sondern auch von der Himmelfahrt Jesu Christi. Jesus ist vom Himmel herabgestiegen, um mit den Menschen zu wandern und mit uns unsere Wege zu gehen. In seinem Tod und seiner Himmelfahrt kehrt er nun wieder in den Himmel zurück, wo er zur Rechten des Vaters sitzt und für die Gläubigen eintritt.
Es sind zwei Botschaften, die uns Lukas wohl darlegen will. Er möchte uns zeigen, dass Jesus nicht im Tod hat bleiben können, da er von Gott erfüllt und dessen Sohn ist. Zum andern wird durch die Himmelfahrt die Kontinuität des Wirkens Jesu zum Ausdruck gebracht. Jesus sendet den Menschen vom Himmel aus seinen Geist, der die Jünger antreibt, die Botschaft des Heils zu verkünden und den Menschen den Weg zum Leben zu zeigen.
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