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Christus Online Bibellexikon
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Montag,
21.
Mai
2012
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Evangelium nach Matthäus
ist eines der vier kanonischen Evangelien des Neuen Testaments der christlichen Bibel. Formal wird es traditionell als erstes Buch des Neuen Testaments dargestellt und inhaltlich mit dem Markus- und Lukasevangelium zu den synoptischen Evangelien gezählt.
Die altkirchliche Überlieferung redet übereinstimmend von vier Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Bezüglich Matthäus werden ab dem zweiten Jahrhundert folgende Punkte gelehrt:
- Der Matthäus des Evangeliums ist der Apostel und frühere Zöllner.
- Er hat sein Evangelium ursprünglich in einem "hebräischen Dialekt" geschrieben.
- Das Evangelium wurde von Matthäus für gläubige Juden in hebräischer Sprache geschrieben.
Im Matthäusevangelium wird großes Interesse daran deutlich, Jesus von Nazaret als den Messias der alttestamentlichen Prophetie zu zeigen. Das Alte Testament wird häufiger zitiert als in den anderen Evangelien. Daher kann man annehmen, dass sich das Evangelium in erster Linie an Judenchristen richtet. Das zeigt sich auch an der Verwendung von aramäischen Worten, vielen Diskussionen über das mosaische Gesetz oder die pharisäischen Traditionen, oder an der Tatsache, dass das Buch mit einer Genealogie beginnt.
Matthäus zeigt auch ein besonderes Interesse an der Eschatologie. Die Reden über die Endzeit sind ausführlicher als im Markus-Evangelium. Das Matthäusevangelium enthält auch einige Gleichnisse mit entscheidenden eschatologischen Aussagen.
Das Matthäusevangelium betont die Lehre Jesu, während beispielsweise das Markusevangelium mehr Gewicht auf sein Handeln legt. Im Vergleich zum Markusevangelium sind die erzählenden Abschnitte im Matthäusevangelium in der Regel kürzer und abstrakter formuliert. Die Lehre Jesu als Schwerpunkt zeigt sich in den fünf großen Reden, von denen die Bergpredigt am bekanntesten ist. Aber auch sonst enthalten viele Texte Worte oder Reden von Jesus, die sich nicht in anderen Evangelien finden.
Wichtige Inhalte des Matthäusevangeliums
Die Weisen aus dem Morgenland Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1): »Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist keineswegs die kleinste unter den Städten in Juda; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.« Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, dass auch ich komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und Gott befahl ihnen im Traum, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren; und sie zogen auf einem andern Weg wieder in ihr Land. ( Matthäus 2, 1-12)
Die Bergpredigt Matthäus 5,1 - 7,29
Die Seligpreisungen
Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen;1 denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind. ( Matthäus 5,3-12)
Von der Feindesliebe
Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3.Mose 19,18) und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. ( Matthäus 5,43-48)
Vom Beten. Das Vaterunser
Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. * [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.] ( Matthäus 6, 9-13)
Der Missionsbefehl
Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. ( Matthäus 28, 16-20)
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