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Christus Online Bibellexikon
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Montag,
21.
Mai
2012
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Offenbarung des Johannes
(Offenbarung 1, 1: griech.: apokalypsis, wörtl. "Enthüllung") ist das letzte und das einzige durchgehend prophetische Buch des kanonischen christlichen Neuen Testaments. Das Buch richtet sich in Briefform an sieben im Römischen Reich verfolgte oder stark bedrängte christliche Gemeinden in Kleinasien im östlichen Hinterland von Ephesus, die von der Mission des Paulus von Tarsus theologisch geprägt waren, aber auch an weitere Adressatenkreise.
Es will den göttlichen Heilsplan enthüllen und damit die Gemeindemitglieder ermutigen, den römischen Kaiserkult abzulehnen und auf die Wiederkunft Christi als Endrichter zu hoffen. Dabei greift der Autor auf die alttestamentliche Prophetie (vor allem die Propheten Jesaja und Ezechiel sowie das Buch Daniel) und ihre Bildersprache sowie die der frühjüdischen Apokalyptik zurück. Diese Trost- und Hoffnungsschrift wird seit dem Mittelalter in 22 Kapitel unterteilt.
In der frühen Kirche galt dass dieser Johannes mit dem Apostel Johannes bzw. dem Autor des Johannesevangeliums identisch ist. Der Verfasser Johannes gilt in der heutigen Wissenschaft als frühchristlicher Prophet, der sich zu einer Gruppe von Propheten zählt; so spricht er von seinen "Brüdern, den Propheten" (Offenbarung 22, 9). Sprache und Gedankenwelt weisen auf eine Herkunft aus dem palästinensischen Judenchristentum, das nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 nach Kleinasien einwanderte. Im Text selbst beschreibt der Prophet, dass er auf der Insel Patmos vor Ephesus in Verbannung lebte (Offenbarung 1, 9).
Inhaltliche Zusammenfassung
Kapitel 1 - 3
In den Eingangskapiteln 1 - 3 schaut Johannes in einer ersten Vision sieben Leuchter, welche die sieben Gemeinden in Kleinasien bedeuten, an die er sieben Sendschreiben schicken soll. Mitten unter den Leuchtern steht einer, der aussieht wie ein Mensch; sein Haar ist wie schneeweiße Wolle, seine Augen sind wie Flammen; in der rechten Hand hält er sieben Sterne, und aus seinem Mund kommt ein Schwert.
Kapitel 4 - 5
In den Kapiteln 4 und 5 erlebt der Seher in der Vision des himmlischen Thronsaales, wie das Lamm, das Sinnbild des durch seinen Opfertod als Erlöser, Sieger und Herrscher ausgewiesenen Jesus, mit der Entsiegelung, d. h. Enthüllung und Erfüllung, des göttlichen Heilsplanes beauftragt wird, der in dem »Buch mit sieben Siegeln« enthalten ist.
Nun folgen in den Kapiteln 6 - 18 mehrere Visionsreihen über die Ereignisse bis zur Endzeit, die aber nicht in form einer fortlaufenden Geschichte, sondern unter jeweils neuen Gesichtspunkten geschildert werden:
Kapitel 6 - 11
Kapitel 6 - 11 stellen die Schrecken der kommenden Epochen bis zur Wiederkunft Christi und die wunderbare Rettung der Erwählten in der Drangsal dieser Zeit vor Augen, wobei das Ganze durch das Öffnen der verschiedenen Siegel und - nach dem siebenten Siegel - durch das Ertönen von sieben Posaunen gegliedert ist.
Kapitel 12 - 14
Kapitel 12 - 14 berichten erst von der Verfolgung des apokalyptischen Weibes durch den Satansdrachen und seiner Besiegung, durch den Engel Michael; dann von den zwei Tieren, die aus dem Meer und der Erde aufsteigen und die Menschheit, außer der Schar der Auserwählten, verführen.
Kapitel 14, 6 - 18
Kapitel 14, 6 bis Ende Kapitel 18 künden das Gericht über alle Erdbewohner an, das durch sieben Engel, die Schalen des Zornes über die Erde ausgießen, vollzogen wird; dabei wird vor allem die Vernichtung der Hure Babylon, einem Symbol Roms und der gottlosen Weltmacht, geweissagt.
Kapitel 19 - 20
Auf diese Bilder der Drangsale bis zur Endzeit folgt in den Kapiteln 19 und 20 die Wiederkehr Christi, der, auf einem weißen Pferd reitend und im Mund ein scharfes Schwert, das Tier und seinen falschen Propheten, den Antichrist, samt seinen Scharen besiegt. Der Drache wird im Abgrund angekettet und Christus errichtet für die auferstandenen Gerechten auf Erden ein tausendjähriges Reich des Friedens. Nach dieser Zeit stürmen Satan und seine Scharen, Gog und Magog, noch einmal gegen das Volk Gottes an, werden aber vernichtet, und das endgültige Weltgericht, das Jüngste (= letzte) Gericht, über alle Lebenden und Toten beginnt.
Kapitel 21 - 22
Die Apokalypse schließt in den Kapiteln 21 und 22 mit den Bildern des neuen Himmels und der neuen Erde, wo Gott von nun an im himmlischen Jerusalem, der heiligen Stadt, die vom Himmel herniedersteigt, inmitten der Menschen wohnt. Dann wird es keinen Tod mehr geben und keine Tränen. Und der, der auf dem Throne steht, spricht: »Ich mache alles neu. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende.« (Offenbarung 21, 5-6)
Die meisten dieser Themen sind in der frühmittelalterlichen Buchmalerei sowie in der Glasfenster- und Teppichkunst, später auch in vielen Holzschnittfolgen (z.B. von Dürer), ausführlich dargestellt worden.
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