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Montag,  21. Mai 2012

 



Die Bücher Samuel

Das 1. Buch Samuel (abgekürzt 1 Sam) ist ein biblisches Buch des (jüdischen) Tanach bzw. des (christlichen) Alten Testaments. Ursprünglich bildete 1 Buch Samuel zusammen mit dem 2. Buch Samuel eine Einheit. Der Name geht darauf zurück, dass es nach jüdischer Tradition von Samuel verfasst wurde. In der Septuaginta (und in Folge dessen auch in den Ostkirchen) heißt es 1. Buch der Königreiche. Seit dem Mittelalter wird das 1. Samuelbuch in 31 Kapitel unterteilt.

Das 1. Buch Samuel erzählt die Geschichte Israels von der Bitte der kinderlosen Hanna um einen männlichen Nachkommen, über die Geburt des Propheten Samuels bis zum Selbstmord Sauls und dem Tod seiner Söhne im Kampf gegen die Philister. Zum letzten Kapitel findet sich eine Parallele im 1. Buch der Chronik (1 Chronik 10,1 - 12).

Ein inhaltlicher Schwerpunkt ist die Entstehung des Königtums und die Ambivalenz gegenüber diesem. Besonders in 1 Samuel 8, 10 - 18 werden deutlich die Nachteile des Königtums benannt, in 1 Samuel 10, 19 wird der Wunsch des Volkes Israel nach einem König als Abfall von Gott gedeutet. Saul wird dann als König gewählt und in 1 Samuel 13-31 wird die Herrschaft dieses ersten Königs geschildert. Die Schilderungen sind nach einigen Anfangserfolgen Sauls geprägt von der Konkurrenz Sauls mit seinem Gegenspieler David, der von Gott begünstigt wird. Auch die eigenen Familienangehörigen Sauls ergreifen für David Partei. Sauls Tochter Michal liebt David und Sauls Sohn Jonathan greift zugunsten Davids ein und warnt diesen vor seinem Vater.

Das 2. Buch Samuel ist ein biblisches Buch im Tanach. Es wird seit dem Mittelalter in 24 Kapitel unterteilt. In den Ostkirchen heißt es 2. Buch der Königreiche.

Der Prophet Samuel erscheint nur im 1. Buch Samuel; die beiden Bücher Samuels waren einst ein einziges Buch, und so behielten die Teile den Namen bei, nachdem sie aus praktischen Gründen (handhabbare Größe einer Schriftrolle) voneinander getrennt wurden. Hauptfigur dieses Buches ist vielmehr David. Das Buch weist viele Parallelen zum 1. Buch der Chronik auf. Im Gegensatz zu diesem ist es aber merklich kritischer und legt den Schwerpunkt mehr auf die politischen Ereignisse als auf den Kultus. Neben den Erzählungen finden sich auch Psalmen.

David erhält durch den Propheten Natan die Zusage Gottes, dass seine Dynastie für immer erhalten bliebe. Die positive Sicht Davids schlägt in 2 Samuel 11 um, wo geschildert wird, wie David mit der verheirateten Batseba Ehebruch begeht und deren Ehemann Urija in den Tod schickt. Dafür wird David von Gott durch Natan zur Rechenschaft gezogen. U.a. wird angekündigt, dass die Nachkommen Davids durch Gewalt umkommen werden (2 Samuel 12, 10). Es folgt eine Geschichte von kriegerischen Geschehnissen, Aufständen und Gewalt: so z.B. die Vergewaltigung von Davids Tochter Tamar durch ihren Halbbruder, den Davidssohn Amnon oder den Aufstand des Sohnes Abschalom gegen seinen Vater und das Ende Absaloms durch Joab.

Im letzten Kapitel bringt David Gott mit einer Volkszählung, die er gegen den Rat Joabs vollzieht, gegen sich auf. Infolgedessen wird das Volk mit einer Pest bestraft, die endet als David auf dem späteren Tempelplatz opfert. Das Buch schließt mit Nachträgen und Davids Vermächtnis.

Übersicht

Thema des Samuelbuches ist die Entstehung des Königtums im alten Israel. Die Handlung der Bücher spielt im 11. Jahrhundert v. Chr. Sie erreicht ihr Ziel und ihren Höhepunkt in der Begründung der davidischen Dynastie

Wichtige Personen

Samuel

Die Person Samuel wird in einem Textpassus charakterisiert, der ihn in die Reihe der kleinen Richter des Richterbuchs stellt. Als Richter erscheint Samuel auch nach 1. Samuel 8, 1 - 5.

Im wesentlichen wird Samuel jedoch nicht als Richter, sondern als Prophet gesehen. Insbesondere seine wunderbare Geburt (1. Samuel 1) und Berufung (1. Samuel 3), sein fürbittendes Handeln für das Volk (1. Samuel 7), seine Reden über das vom Volk begehrte Königsamt sowie seine Vorwürfe gegenüber Saul lassen ihn als Propheten erscheinen, der viele Züge des "Ur-Propheten" Mose trägt.

Saul

Einen Schwerpunkt legt das Samuelbuch auf die Bestimmung Sauls zum ersten israelitischen König (1. Samuel 8-12). Es werden innen- wie außenpolitische Gründe genannt, warum Israel das Amt eines König braucht: Innenpolitisch soll er die Rechtsprechung sichern (1 Samuel 8); außenpolitisch soll er Israel gegen seine Feinde schützen wie es sich bei anderen Völkern bewährt. Die Texte erzählen dann auf verschiedene Weise, wie Saul zum ersten König Israels bestimmt wird: Der Prophet Samuel salbt ihn im Auftrag Gottes, es wird ein Losverfahren durchgeführt, (1. Samuel 10, 20 - 24) körperliche Größe wird als ein Kriterium genannt.

David

Als Saul starb, wurde David in Hebron zum König über den Südstamm Juda gesalbt. Er wurde später auch zum König über Israel. David eroberte nun Jerusalem, das genau auf der Grenze zwischen beiden Teilreichen lag. Dadurch gehörte die Stadt zu keinem der zwölf Stammesgebiete, sondern gehörte als Krongut dem König allein.

Nach der Festigung seiner politischen Macht brachte David die Bundeslade nach Jerusalem. Trotz seiner Sünde blieb David in der Darstellung des Buch Samuel der Liebling Gottes, auch wenn ihm zur Strafe verwehrt blieb, den Tempel in Jerusalem zu bauen. Dies blieb dem zweiten Kind vorbehalten, das Batseba dem David gebar, nämlich Salomo.





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