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Christus Online Bibellexikon
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Montag,  21. Mai 2012

 



König Saul

Nach der Bibel war Saul um 1000 v. Chr. der erste König Israels. Saul, der Sohn des Kisch aus Gibea im Gebiet des Stammes Benjamin, markiert mit seiner Herrschaft den Übergang von einem losen Zusammenschluss einzelner Stämme Israels zu einem festgefügten Staat.

Zwar trat er wie die charismatischen Richter vor ihm in einer kritischen Situation als politisch-militärischer Führer in Erscheinung, legte aber im Gegensatz zu ihnen sein Mandat anschließend nicht nieder.

Die biblischen Erzählungen zu Saul finden sich im 1. Buch Samuel. Danach schlug er die Ammoniter in einer offenen Feldschlacht und befreite damit die von ihnen belagerte Stadt Jabesch in Gilead. Dieses Gebiet scheint zu seinem Stammesgebiet gehört zu haben, denn die Leute von Jabesch begruben später seinen Leichnam und die seiner Söhne "unter einem Tamariskenbaum" (1. Samuel 31, 11-13). In der Siegesfreude wurde er anschließend auf der alten Kultstätte Gilgal durch das Volk zum König gewählt und nach 1. Samuel 10, 1 vom Propheten Samuel zum König gesalbt.

Dies führte zu einer Gegenreaktion der Philister, die seinerzeit die starke Macht der Küstenstädte und der fruchtbaren Ebene verkörperten. Saul konnte sich trotz zahlreicher Kämpfe nie entscheidend gegen diesen Gegner durchsetzen und vereinte vor allem die Stämme des nördlichen Berglandes (Ephraim), des Ostjordanlandes Gilead und zeitweise auch das Gebiet der großen Städte in der Jesreel-Ebene sowie des davidischen Stammesgebietes Benjamin und Juda.

Er residierte in seinem Heimatort Gibea und begann mit der Schaffung staatlicher Strukturen, die aber erst von seinen Nachfolgern erfolgreich ausgebaut werden konnten. Unter anderem baute er ein kleines, stehendes Söldnerheer auf und ordnete die Vertreibung von Totenbeschwörern und Wahrsagern an. Im kultisch-religiösen Bereich kam es mehrfach zu Unstimmigkeiten mit dem Propheten Samuel, der ihn zunächst zum König gesalbt hatte, ihn schließlich jedoch im Auftrag Gottes verwarf.

Saul wurde von seinem Sohn Jonathan unterstützt, und auch David, der Krieger aus dem südlichen Bergland konnte bald die Anerkennung des Königs gewinnen und wurde sein Schwiegersohn. Allerdings neidete Saul seinem Schwiegersohn zunehmend dessen Erfolge und Beliebtheit.

In seinen durch einen bösen Geist ausgelösten Verstimmungen wähnte er sich einerseits von Jonathan und David, andererseits von Samuel bedroht. Nach dem 1. Buch Samuel trachtete er David wiederholt nach dem Leben. Dabei fiel er selbst zweimal in dessen Hand. Der spätere Thronfolger schonte jedoch das Leben Sauls.

Nach mehreren Scharmützeln und Kämpfen besiegten seine ständigen Widersacher, die Philister, das Heer Israels schließlich beim Gilboa-Gebirge. Dort stürzte sich der König in sein eigenes Schwert, um nicht lebend in die Hände der Feinde zu fallen. Die Philister hängten ihn und Jonathan an den starken Mauern Beth-Scheans auf (1. Samuel 31, 10).

Nach 1. Samuel 28 7-19 zeigte sich Saul am Ende seines Lebens nicht gottesfürchtig, da er vor seiner letzten Schlacht die Hexe von Endor aufsuchte, obwohl das Gesetz den Israeliten dies klar verbot. Der aus dem Scheol gerufene Geist des bereits verstorbenen Propheten Samuel bestätigte nur die bereits erfolgte Verwerfung Sauls und kündigte seinen Tod in der bevorstehenden Schlacht an. Gefasst ging Saul schließlich in den Tod und zu Samuel in den Scheol.





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